Rockkino-Aus: Falkensteiner Kulturleben droht großer Verlust

Mit einer Kabarettaufführung ist der Falkensteiner Musik- und Kleinkunstsommer 2019 zu Ende gegangen. Ob auch der nächste dort ausklingen kann, ist völlig ungewiss.

Falkenstein.

Wie konnte das passieren? Siegrid und Ralf sind von den Socken: Oma und Opa? Wir? So alt sei man noch lange nicht, meint das gereifte Ehepaar. Die Nachricht kommt also äußerst ungelegen, und sie befeuert, was ihren Alltag dominiert: Unruhe, Missverständnisse, verbale Auseinandersetzungen. 120 Gäste verfolgten jüngst im Falkensteiner Rockkino mit, wie sich die Geschichte weiter entfaltete, und sie hatten eine Menge Spaß dabei. In den Rollen steckten Gisa Jürcke und Marco Schiedt vom Geraer Kabarett "Fettnäppchen".

Zum vierten Mal gastierten die Thüringer Humoristen in Falkenstein. Diesmal mit ihrem neuen Programm "Baby, du schaffst mich! Oder: Guck mal, wer da schreit!" Wie üblich setzte Kabarett einen Schlusspunkt unter den Falkensteiner Musik- und Kleinkunstsommer mit etwa 15 Veranstaltungen. Bürgermeister Marco Siegemund (CDU) zog positive Bilanz. "Wir sind sehr zufrieden", sagte er. Renner seien neben dem Kabarettabend das Falkensteiner Stadtparkfest, Straßenfest und Pianokonzert. Der Plan für die nächste Ausgabe entsteht gerade. "Wir wollen das gerne so fortführen", kündigte Siegemund an. "Es wird aber auch die eine oder andere Überraschung geben."

Auf genauso positive Nachrichten hofft Falkenstein in punkto Rockkino. Das Objekt mit Veranstaltungs- und Büroräumen, zwei Wohnungen und einem Imbiss steht zum Verkauf - und Ende November die Versteigerung an. "Momentan ist alles in der Schwebe", äußerte sich Marco Siegemund dazu. Die Stadt will nicht als Käufer in Erscheinung treten. "Wir haben aber ein wachsames Auge drauf", betonte er.

Seit Wiedereröffnung des einstigen Kulturzentrums und Lichtspieltheaters 2017 organisiert der Verein Falkensteiner Kulturkombinat (FKK) als Kino-Mieter Veranstaltungen: Konzerte, Kabarett, Lesungen, Kinder- und Silvesterprogramme. Vier Familien leisteten Aufbauarbeit, um nach vierjährigem Leerstand Gäste begrüßen zu können.

Wie früher verkehrt dort viel Stammpublikum. Sowohl langjährige als auch neue Besucher hoffen, dass nach dem Kabarett und einer ebenso ausverkauften Silvesterfete als letztem Akt in diesem Jahr die Rockkino-Lichter nicht ausgehen. "Das wäre richtig schade und ein großer Verlust für die Stadt", sagte Simone Weber. "Ich kann zwar selten da sein, kenne das Haus aber noch aus meiner Kindheit." Wie die Falkensteinerin mag sich auch Mike Heinze kein baldiges Ende vorstellen: "Damit sind so viele Erinnerungen verbunden. Ich komme aus Auerbach, aber mir hat das Kino mit seinem speziellen Club-Charakter immer besser gefallen."


Auch in der BAV wird's dunkel

Die unsichere Zukunft des Kinos Falkenstein ist nicht der erste Rückschlag für Veranstalter im Oberen Göltzschtal: Bereits zuvor war bekannt geworden, dass Ende des Jahres in der Rodewischer Bauarbeiterversorgung BAV die Lichter ausgehen. Seit 2016 wurde das Objekt vom Ars-Vitae-Verein betrieben, der es mit Konzert- und Tanzveranstaltungen für junge Leute bespielte. Obendrein bot das Objekt, das der Immobilientochter des VSTR gehört, einem Dutzend Bands Proberäume. Andere Vereine mieteten das Haus für Ausstellungen und Veranstaltungen an. (how)

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