Rodewisch bekommt neues Ärzte- und Wohnhaus

Zwei Praxen soll das Gebäude an der Schulstraße voraussichtlich ab Herbst 2021 aufnehmen. Dass hier gebaut wird, ist vor allem Ergebnis einer "Familienzusammenführung".

Rodewisch.

Die Arbeiten an der Schulstraße laufen seit Mitte Januar und haben für einiges Aufsehen gesorgt: Um die Statik des geplanten Gebäudes zu sichern, musste man nach Auskunft des Bauherrn Frank Weingart (60) zunächst tief bohren. Insgesamt 23 Säulen aus Stahlbeton reichen nun 8,50 Meter tief ins Erdreich. "Wir sind ja im Erdbebengebiet", sagt Weingart. Der Zahnarzt lässt auf dem Gelände der früheren Stadtgärtnerei ein Ärzte- und Wohnhaus errichten: Tiefgarage mit bis zu zehn Stellplätzen, Zahnarztpraxis im Erdgeschoss, eine weitere Arztpraxis im ersten Stock, drei altersgerechte Wohnungen im zweiten Stock. Im Herbst soll Richtfest sein, ein Jahr später, also im Herbst 2021, ist die Fertigstellung geplant. "Bisher hat uns der milde Winter natürlich geholfen - wir sind einige Wochen schneller als geplant", sagt Weingart.

Dass der Zahnarzt baut, hängt vor allem mit der Heimkehr seines Sohnes ins Vogtland zusammen. Markus Weingart (36) ist ebenfalls Dentist, nach dem Studium in Hannover und anschließender Arbeit in Augsburg ist er samt Familie nach Plauen umgezogen und arbeitet bereits mit in der väterlichen Praxis. Die befindet sich im benachbarten Ärztehaus an der Dr.-Goerdeler-Straße und wird inzwischen zu eng. "Als ich 1992 aufmachte, da hatte ich mit 110 Quadratmetern noch die größte Zahnarztpraxis der Gegend", erinnert sich Frank Weingart. Inzwischen arbeiten dort außer Vater und Sohn eine weitere Zahnärztin, eine Verwaltungskraft, vier Schwestern sowie drei Auszubildende. Die neue Praxis der Weingarts wird 330 Quadratmeter haben und soll damit genügend Platz für die Herausforderungen der Zukunft bieten.

Alles wird barrierefrei sein, auch eine Behinderten-Toilette entsteht. Selbstverständlich bekommt das neue Gebäude einen Aufzug. Für Patienten, die trotzdem nicht in die Praxis kommen können, bieten die Zahnärzte Hausbesuche an. "Das funktioniert gut", sagt Markus Weingart. Mit dem Neubau habe man die Weichen dafür gestellt, dem Versorgungsauftrag auch weiterhin gerecht zu werden.

Entstehen soll ein architektonisch moderner Bau, errichtet wird er nach Angaben der Weingarts soweit möglich von ortsansässigen Firmen. Die Zusammenarbeit mit der Rodewischer Stadtverwaltung laufe sehr gut - die Abstimmung mit dem Landratsamt schwieriger als erwartet.

Welcher Arzt in den ersten Stock einziehen wird, dazu laufen derzeit noch Gespräche. Am größten sei in der Region wohl der Bedarf für einen Augenarzt, meint Frank Weingart. Aber diesbezüglich möchte er keine falschen Hoffnungen wecken.


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