Rodewisch: Schöniger im Amt bestätigt

Mit einem Votum von 85,4 Prozent tritt Bürgermeisterin Kerstin Schöniger ihre zweite Amtszeit an. Claudia Roßmann-Kansorra unterliegt deutlich.

Rodewisch.

Sonntagabend um halb neun: Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Rodewisch steht vorläufig fest. 85,4 Prozent der Wähler haben Kerstin Schöniger (CDU) das Vertrauen für weitere sieben Jahre im Amt ausgesprochen. Die DSU-Kandidatin Claudia Roßmann-Kansorra kann 14,6 Prozent der Wählerstimmen binden. Von 5394 Wahlberechtigten in Rodewisch haben sich 3421 an der Wahl beteiligt. Das ist eine Quote von 63,4 Prozent.

"Ich freue mich über das Ergebnis. Darauf kann ich aufbauen", sagt die Wiedergewählte, ergänzt abseits aber, dass sie sich angesichts einer Kandidatin, die im Wahlkampf nicht in Erscheinung getreten ist, eine leicht bessere Quote gewünscht habe.


Roßmann-Kansorra hatte jegliche öffentliche Debatte mit der Amtsinhaberin abgelehnt. "Aus persönlichen Gründen", wie die 34-Jährige Disponentin gegenüber "Freie Presse" erklärte. Im Falle ihrer Wahl zur neuen Bürgermeisterin wollte sie sich vor allem um "die Randgebiete" in der Stadt kümmern. Amtsinhaberin Kerstin Schöniger warf sie vor, primär Prestigeprojekte im Zentrum zu verfolgen. Claudia Roßmann-Kansorras Statement zum Wahlausgang: "Ich habe den Rodewischern die Wahl gelassen."

Roßmann-Kansorra erschien demzufolge auch am Wahlabend nicht zur offiziellen Wahlfeier im Ratskellersaal. Und gegen 22 Uhr stand zudem fest: Die DSU-Kandidatin verpasst laut vorläufigem Ergebnis auch den Einzug in den Stadtrat. Darauf hatte sie noch gehofft.

Unter Schönigers Gratulanten waren nicht nur Parteifreunde, auch die bisherigen SPD-Stadträte gaben der wiedergewählten Bürgermeisterin die Ehre: "Sehr schön", kommentierte beispielsweise Gudrun Severin das Ergebnis der Bürgermeisterwahl. Den Schattenwahlkampf der Herausforderung quittierten die meisten mit einem Achselzucken und der Bemerkung, dass "es immer Unzufriedene" gebe.

Kerstin Schöniger hofft nun auf einen künftigen Stadtrat, mit dem sie genauso konstruktiv zusammenarbeiten könne, wie mit dem bisherigen.


Kommentar: Der FallRodewisch

Dass Kerstin Schöniger wiedergewählt wird, war zu erwarten. Eine Herausforderin, die im Verborgenen agiert und die sachliche Auseinandersetzung scheut, löst zwar Unsicherheit aus, konnte im Rodewischer Fall aber nicht greifen. Stattdessen gewinnt die Fraktion der CDU-Bürgermeisterin im Stadtrat zwei Sitze hinzu und wirkt geradezu anachronistisch. Ergo: Ob Bürger politikverdrossen sind oder nicht, liegt auch in der Hand eines jeden Ortschefs.

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