Rodewischer Tüftler sorgt für Bewegung bei Weihnachtsschau

Die Ausstellung in der Heimatstube Tirpersdorf steht in diesem Jahr unter dem Motto "Alles dreht sich um Weihnachten". Die Macher haben das diesmal ganz wörtlich genommen.

Tirpersdorf/Rodewisch.

Es ist unbestritten: In den letzten Wochen des Jahres dreht sich (fast) alles um das Weihnachtsfest. Mancher Zeitgenosse lässt sich gefangen nehmen vom Stress bei den Vorbereitungen und drehen quasi durch. Andererseits dreht sich Weihnachten sowieso vieles. Insofern lag es nahe, dass sich die Mitglieder des Heimatvereins dazu entschlossen haben, das Thema Drehen in der Mittelpunkt ihrer diesjährigen Weihnachtsausstellung zu rücken.

Wer Drehen und Weihnachten sagt, der kommt an Pyramiden nur schwerlich vorbei. Deshalb dürfen sie in der Heimatstube natürlich nicht fehlen. Darüber hinaus - und das macht den besonderen Reiz der Ausstellung aus - haben die Mitglieder des Heimatvereins drei Dutzend von zumeist historischen und ausgefallenen Spieldosen zusammengetragen. Wenn sie mittels Schlüsselchen in Betrieb gesetzt werden, dann tönt es gar lieblich und anheimelnd durch den Raum. Anders bei einem Musikwerk oder einem Grammophon - diese Stücke sind nur zum Anschauen aufgebaut, aber zumindest kann man sich bei geschlossenen Augen vorstellen, wie sich vor mehr als 100 Jahren Tonträger drehten und Musik erklang.

Die Hingucker der sehenswerten Weihnachtsausstellung schlechthin sind jedoch die Modelle von Herbert Möckel aus Rodewisch. Seit dem Jahr 2000 beschäftigt sich der ehemalige Postler damit, Karussells, Buden, Fahrgeschäfte und andere Motive von Rummelplätzen nach originalen Vorlagen zu bauen. "Das alles habe ich mir nicht ausgedacht. Die Karussells gab es wirklich oder es gibt sie auch heute noch in der Region", versichert Herbert Möckel. Die meisten der Modelle sind nicht starr und stumm. Der Hobbytüftler verwendet beispielsweise Motoren von ausrangierten Mikrowellen, damit "Die Spinne" sich drehen kann.

Tüftler trifft auf Herbert Möckel auch in anderer Beziehung zu. Um die Modelle bauen zu können, gab und gibt er seiner Kreativität Zucker, ließ der Fantasie freien Lauf, was das Verwenden von Materialien meint. Sperrholz oder Playmobil-Figuren gehören dazu, was sich ja noch erschließt. Aber auf die Idee gekommen zu sein, zum Beispiel Büroklammern, halbierte Kerzenhalterschalen, die Behälter von Ü-Eiern - "Meine Enkel haben sich über die Schokolade gefreut!" - oder auch Fahrradspeichen verwendet zu haben, das ist nicht einmal auf den dritten Blick zu sehen.

Die Ausstellung in Tirpersdorf ist an allen Sonntagen bis 5. Januar von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...