Rotarier: Neben Polio jetzt auch Drogensucht im Visier

Ein Treuener ist seit kurzem Präsident des Clubs Auerbach-Reichenbach. Er will auch einige neue Akzente setzen.

Auerbach/Treuen.

Der Kampf gegen die tückische Polio-Krankheit (Kinderlähmung) bleibt ein Schwerpunkt für die Arbeit des Rotary-Clubs Reichenbach-Auerbach. Darauf weist dessen neuer Präsident Matthias Seidel (65) aus Treuen hin. Anlass ist der Welt-Polio-Tag am 24.Oktober. Konkret unterstützen die Rotarier vor allem die Aktion zum Sammeln von Kunststoff-Deckeln, die im Raum Auerbach von Jens Krüger auf die Beine gestellt worden ist ("Freie Presse" berichtete). Die Deckel werden verkauft, der Erlös fließt ans Rotary-Programm "Polio Plus". "Die Aktion läuft weiter", betont Seidel. Ausgebremst werden könnte sie von EU-Bestrebungen, dass Kunststoff-Flaschen nur noch mit Deckel angenommen werden sollen. "Noch ist es aber nicht soweit - und wenn, fällt uns was anderes ein", versichert der Präsident des Clubs, der aktuell 40 Mitglieder zählt. Die Rotarier engagieren sich weltweit seit 1988 gegen Polio, seitdem ist die Krankheit durch Impfungen nahezu ausgerottet - außer in Pakistan und Afghanistan.

Seidel hat das Amt am 20. Juni vom Reichenbacher Juwelier Holger Bucher übernommen und bekleidet es nun für ein Jahr. "Ich bin Rentner, für mich ist das ein Fulltime-Job", sagt der Treuener. Früher leitete er eine Stahlbau-Firma. Um einiges auf den Weg bringen zu können, hat er Monate vor Amtsantritt einiges angeschoben. Dazu gehören zwei Projekte im Bereich der Suchtprävention. "Ob Rauschgift oder Alkohol - das Problem hat an vielen Schulen erschreckend zugenommen, und von staatlichen Stellen wird es fast totgeschwiegen", meint Seidel. Ein Projekt soll in Zusammenarbeit mit der Falkensteiner Trützschler-Oberschule angegangen werden. Dabei geht es laut Seidel zum Beispiel um einen Suchtberatungs-Koffer sowie um Vorträge von Menschen, die in verschiedener Form selbst von der Drogen-Problematik betroffen sind. 1500 Euro will der Club dazu beisteuern.

Bei einem zweiten Vorhaben wollen die Rotarier mit der Diakonie Auerbach kooperieren: Hier will man sich Kindern von suchtkranken Eltern widmen, die besondere Betreuung benötigen. Die Ausbildung einer Trainerin soll mit 1700 Euro unterstützt werden.

Weitergeführt wird die Aktion "Gesundes Frühstück", bei der bereits in vielen Grundschulen der Region die Kinder vor allem mit frischem Obst versorgt wurden. "Der Bedarf ist da, viele Kinder gehen ohne Frühstück aus dem Haus", so Matthias Seidel. Erneuert werden soll das Trampolin am Eingang des Falkensteiner Tierparks, das vor drei Jahren installiert wurde und sich seitdem großer Beliebtheit erfreut.

Auch für afrikanische Kinder macht sich der Rotary-Club Reichenbach-Auerbach stark. Dabei geht es speziell um Solaranlagen, mit deren Hilfe Wasser aufbereitet werden kann. Die Rotarier helfen dem Verein Kinderhilfe Westafrika, der sich in Benin engagiert.

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