Rothenkirchens zweiter Hausberg

Seit 125 Jahren krönt den Kuhberg ein steinerner Aussichtsturm. In Steinbergs Museum ist ihm eine Sonderschau gewidmet.

Steinberg.

Der 100. Jahrestag wurde noch mit einem Festwochenende gefeiert. 25 Jahre später ist es dem Ortschronisten von Rothenkirchen zu verdanken, dass das Jubiläum "125 Jahre steinerner Aussichtsturm auf dem Kuhberg" nicht in Vergessenheit gerät: Günter Bäuerle hat aus seinem Fundus eine Sonderschau im ortsgeschichtlichen Museum zusammengestellt, die an Geschichte und Gegenwart des Bauwerkes erinnert.

"Berg und Turm gehören zwar zu Stützengrün, aber seit 1993 gibt es auch die Gebietsgemeinschaft Kuhberg, in der Stützengrün, Schönheide und Steinberg zusammenarbeiten", begründet Bäuerle, weshalb der Berg in der Grenzregion zwischen Erzgebirge und Vogtland "selbstverständlich auch zu uns gehört". Hinzu kommt: "Ich bin in der Wernesgrüner Siedlung aufgewachsen. Wenn wir als Kinder hinterm Haus im Wald gespielt haben, ging's wie selbstverständlich in Richtung Kuhberg", erinnert sich Günter Bäuerle, für den der Kuhberg deshalb neben dem Steinberg der zweite Hausberg der Vogtlandgemeinde ist.

Der vor 125 Jahren auf dem knapp 795 Meter hohen Kuhberg errichtete Aussichtsturm hatte einen Vorläufer: Bereits 1880 wurde auf dem Gipfel ein 13 Meter hohes hölzernes Aussichtsgerüst eingeweiht. Die Initiative dazu war vom ein Jahr zuvor gegründeten Erzgebirgszweigverein Schönheide ausgegangen. Als der inzwischen "Prinz-Georg-Turm" benannte Aussichtspunkt 1891 wegen Baufälligkeit geschlossen werden musste, betrieben Erzgebirgsverein und örtliche Honoratioren Finanzierung und Bau eines steinernen Aussichtsturmes. Das 20 Meter hohe Bauwerk konnte schließlich im Juli 1894 eingeweiht werden.

In den Folgejahren um Gastwirtschaft und Berghaus ergänzt, wurde der Gipfel in der erzgebirgisch-vogtländischen Grenzregion zu einem beliebten Ausflugsziel - auch für die Bewohner von Rothenkirchen, wie die gleichnamige Ecke in der Gastwirtschaft bezeugte.

Informationen zu Vorgeschichte, Bau, Erweiterung, wechselnder Bewirtschaftung, dazu unzählige Kunst- und Fotopostkarten hat Günter Bäuerle für die Ausstellung im Ortsmuseum zusammengestellt. Dazu ein Modell von Kuhberg-Turm und Berggasthaus, das Wolfgang Seidel aus Hundshübel als Leihgabe für die Ausstellung zur Verfügung stellt.

Dass man im Nachbarort Stützengrün vom Turm-Jubiläum bislang keine Notiz genommen hat, trägt der Ortschronist mit Fassung. Immerhin hat Andreas Döhner, der jetzige Wirt des Berggasthauses, Interesse angemeldet, die eigene Kuhberg-Chronik mit Exponaten aus Bäuerles Sammlung zu ergänzen.

Sonderausstellung "125 Jahre steinerner Aussichtsturm auf dem Kuhberg" im ortsgeschichtlichen Museum Steinberg/Ströher-Haus. Öffnungszeiten: 14./15. September, 12./13. Oktober und 2./3. November, jeweils von 14 bis 18 Uhr. Dieses Wochenende ist auch das Vereinscafé des Heimatvereins im ehemaligen Bahnhof Rothenkirchen geöffnet.

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