Rundgang im Ellefelder Markt zeigt Potenzial des Gemäuers

Bis auf zwei Läden im Erdgeschoss steht die einstige Fabrik an der Hauptstraße leer. Bei einer Begehung haben interessierte Bürger das Haus in Augenschein genommen.

Ellefeld.

An Entwicklungspotenzial scheint es dem 178 Jahre alten Ellefelder Markt an der Hauptstraße nicht zu mangeln. Ein Teil der unteren Etage ist ungenutzt, die erste Etage komplett. Ganz oben, wo sich einst Wohnungen befanden, stapelt sich Sperrmüll mehrerer Jahrzehnte. Vorgestern machten sich 15 Einwohner ein Bild vom Innenleben des markantes Gebäudes an der Ortsdurchfahrt, das nach den Vorstellungen der Gemeinde neue Funktionen erhalten und damit zukunftsfähig werden soll.

Der Besichtigung ging eine Ideensammlung Ellefelder Einwohner, Unternehmer und Vereine voraus. Sie hatten sich im Juni Gedanken gemacht, was aus dem Objekt werden könnte. Wenige Wochen später äußerte sich die Öffentlichkeit per Punkteverteilung dazu. Ein Jugendclub stand ganz oben auf der Wunschliste. Dicht auf den Fersen sind ihm ein Pub, Genossenschaftsladen und Bürgersaal.

Besichtigungsgast Klaus Dewath von den Ellefelder Heimatfreunden fand es ebenfalls wichtig, jungen Menschen für Treffen endlich ein Dach über dem Kopf zu bieten. "Es wird unbedingt was gebraucht für die Jugend", sagte er. "Platz ist genügend da. Es stellt sich aber immer die Frage, wie sie sich benehmen."

Bürgermeister Jörg Kerber (parteilos) zufolge macht der Nachwuchs im Ort in dieser Hinsicht einen guten Eindruck. Denn nicht nur der Bauhof wird den Sperrmüll entsorgen. Auch die Jugend habe angekündigt, mit anpacken zu wollen.

Ein Bäcker und Fleischer im Markt-Erdgeschoss sind die einzigen Lebensmittel-Verkaufsstellen in Ellefeld. "Viele Leute haben gesagt, dass sie erhalten werden müssen", bezog sich Kerber auf die Ideensammlung. Dafür sprachen sich auch Bürgervertreter aus.

Vor zwei Monaten hatte die Gemeinde das Gebäude, in dem sich einst ein Gasthof, Suppina-Betriebsteil und Nachwende-Supermarkt befanden, für 35.000 Euro ersteigert. Weitere 32.000 Euro werden für ein Integriertes Stadtentwicklungsprogramm und Städtebauliches Entwicklungskonzept fällig. Beides ist Voraussetzung, um Fördermittel aus dem Landesprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" zu erhalten. Beim Konzept sollen die Ellefelder ein Mitspracherecht haben. Deshalb die Sammlung von Vorschlägen und jetzt der Rundgang. Außerdem will man mit dem neuen Markt beim sachsenweiten Wettbewerb "Ab in die Mitte" antreten.

Jörg Kerber zufolge wird das Markt-Projekt die Gemeinde einige Jahre beschäftigen. Im Januar soll das Konzept fertig sein. Mehr Aufwand erfordert der Hauszustand. Ein Gutachten vor der Versteigerung zeigte Defizite an Dach und Keller auf. "Nach der Wende ist hier einiges investiert worden", so Kerber. Dem heutigen Stand entspricht der Markt jedoch vor allem in puncto Brandschutz und Barrierefreiheit längst nicht mehr.

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