Russischer Erzbischof baut Kontakte ins Vogtland aus

Zwischen dem Kirchenbezirk Auerbach und der Propstei Ufa soll eine Partnerschaft geknüpft werden. Vielleicht fahren junge Christen schon nächstes Jahr zum Wildwasser-Rafting in den Ural.

Auerbach.

Sein "Reich" ist riesig, die Zahl der ihm unterstellten Gläubigen gering: Dietrich Brauer (36) ist Erzbischof der Evangelisch-lutherischen Kirche in Russland (ELKR) und damit zuständig für ein schier endloses Gebiet zwischen Ostsee und Pazifik. Doch zu seiner Kirche zählen nur etwa 40.000 Menschen - das sind weniger lutherische Christen, als es aktuell im Vogtland gibt. Dort schauten sich der russlanddeutsche Erzbischof und seine Ehefrau am Montag in Begleitung der Auerbacher Pfarrerin Nikola Schmutzler und des Ökumene-Referenten der lutherischen Landeskirche Friedemann Oehme um. Hintergrund ist eine geplante Partnerschaft der Propstei Ufa (im Ural) mit dem Kirchenbezirk Auerbach, die ab 202o vom neuen Kirchenbezirk Vogtland weitgeführt werden soll. In Vorbereitung der Kooperation waren unter anderem Nikola Schmutzler und Kirchenbezirks-Sozialarbeiter Detlef Köhler bereits im Juni in den Ural gereist.

In Ufa soll auch eine diakonische Arbeit aufgebaut werden. Nach der Vorstellung des Erzbischofs könnte sich das dort neu errichtete Diakoniezentrum vor allem um die alten Menschen der dortigen Gemeinden kümmern. Das sind zum Großteil Deutschstämmige, die unter Stalin deportiert und entrechtet wurden. Aber auch Behinderte wolle man in den Fokus nehmen - bisher kämen sie in Russland im Straßenbild fast nicht vor, sie zeigten sich nicht und seien isoliert. In den Göltzschtalwerkstätten der Diakonie Auerbach ließen sich die Besucher aus Russland von den Vorständen Sven Delitsch und Alexander Flachsbart über Arbeit und Strukturen informieren.


Trotz aller Unterschiede konnte der Erzbischof auch Gemeinsamkeiten zu den Christen im ehemaligen DDR-Gebiet feststellen: Hier wie dort seien die Gemeinden inzwischen von einer Mehrheit von kirchenfremden, nicht religiösen Menschen umgeben. Spezifisch ist die starke Stellung der wieder eng mit dem Staat verbundene orthodoxen Kirche. Religiöse Treffen in privaten Räumen seien wegen der geltenden Gesetze schwierig, so der Erzbischof.

Nach Auskunft von Pfarrerin Nikola Schmutzler soll die Partnerschaftsvereinbarung bald vereinbart werden. Sie will vor allem Jugend-Kontakte zwischen den Gebieten knüpfen. "Es wäre schön, wenn schon im nächsten Sommer junge Vogtländer zum Beispiel zum Wildwasser-Rafting in den Ural reisen könnten", sagt sie. Größtes Problem seien dabei die Flug-Kosten.

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