Sachsenforst startet neue Informations-Offensive

Einheitlich gestaltete Tafeln sollen Waldbesucher künftig Hintergrundwissen zu dem vermitteln, was sie um sich herum sehen. Zum Beispiel zu Biotopen, die man in dieser Art im Vogtland nicht erwartet. Der Anfang ist gemacht.

Grünheide.

Die erste Info-Tafel steht an der Kreuzung "Sechs Wege": In Deutsch und Tschechisch wird dort kurz und prägnant über den Waldumbau und die Waldbetretungsrechte aufgeklärt. Direkt dahinter kann der Besucher sich den Waldumbau in echt anschauen. Laut Revierförster Dirk Schönfelder ist alles entsprechend dem für die Sachsenforst-Wälder gültigen Leitfaden gestaltet, mit moosgrün als Grundfarbe, auf einer robusten Alu-Legierung. Der Inhalt sei "einfach, aber fundiert": Zu lange Texte lese sowieso niemand, Bilder und Grafiken müssten sein. Billig sei das nicht gewesen, sagt Schönfelder, ohne eine Summe zu verraten. Bei der Finanzierung half die Stadt Auerbach, wie schon zuvor bei der direkt benachbarten Blockhütte "Am Schafstall". "Wir arbeiten auf dem kurzen Dienstweg sehr gut zusammen", betont Schönfelder. Ebenso harmonisch laufe es mit Naturschutzhelfer Michael Thoß und dem Landratsamt.

Blockhütte und Tafel sind erst der Anfang: In Abstimmung mit der Stadt folgt im Revier Grünheide eine wahre Informations-Offensive. "Das Gebiet zwischen Grünheide, Beerheide und Muldenhammer ist unser touristischer Hotspot, der absolute Schwerpunkt", sagt Schönfelder. Dies ergebe sich aus der Stadtnähe und dem großen Einzugsgebiet, schon der Waldpark bringe viel Publikum. Informiert werden soll künftig zum Beispiel über besondere Biotope im Zinsbachtal, etwa über den Heidehügel. "Der ist ziemlich einmalig", sagt Schönfelder. Die mit Besenheide bewachsene Fläche haben seine Leute und er von Fichten befreit, außerdem weiteres Heide-Saatgut eingebracht. "Das ist ein Anziehungspunkt für Insekten aller Art." Und nicht nur für diese: Für Reptilien bauten die Forstleute eigens zwei Meter hohe Steinpyramiden, die zusätzlich zwei Meter tief in die Erde reichen: "Im Sommer können sich Schlangen und Eidechsen oben sonnen, im Winter verkriechen sie sich unten." Auch am Jungfernsprung, am Hochmoor und am Vogtlandsee soll über die jeweiligen Besonderheiten unterrichtet werden. Zugleich will der Sachsenforst die Wege verbessern sowie weitere Schutzhütten und Bänke aufstellen.


Das alles muss mehr oder weniger nebenbei erledigt werden, denn Vorrang hat der Kampf gegen den Borkenkäfer, der vor allem den Fichten schwer zusetzt. Förster Schönfelder will diesen Kampf ohne Gift gewinnen: "Das lehne ich aus Überzeugung ab." Ohnehin tabu ist Gift im Wassereinzugsgebiet sowie in den neu ausgewiesenen Naturschutzgebieten in seinem Revier. Dort wachsen auf Feuchtwiesen zum Beispiel streng geschützte Orchideen wie das Gefleckte Knabenkraut.

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