Schaufenster für Industriekultur

Die Ausstellung "Industrie. Stadt. Bild" ist am Freitag eröffnet worden. 14 sogenannte Streetlines geben an sechs Geschäften Auskunft über die Geschichte steinerner Zeitzeugen - auch die Tex ist dabei.

Reichenbach.

Das aktuelle Jahr der Industriekultur in Sachsen, das der Freistaat im Rahmen der 4. Landesausstellung "Boom" unter anderem im Zwickauer Audi-Bau feiert, hinterlässt nun auch in Reichenbach nicht zu übersehende Spuren. Zumindest in der Innenstadt. Dort werden seit Freitagabend bis in den Oktober hinein unter dem Titel "Industrie. Stadt. Bild - Westsächsische Industriekultur in neuen Perspektiven" 14 sogenannte Streetlines von Industriebauten gezeigt. Die großformatigen und mit Texten zur Geschichte der Bauten versehenen Panorama-Fotos schmücken die Schaufenster von sechs Geschäften.

"Ich freue mich, dass die Ausstellung in Reichenbach beginnt. Unsere Stadt hat eine reichhaltige Industriegeschichte, die sich nicht zuletzt in dieser tollen Ansicht der Textilfachschule widerspiegelt", sagte Reichenbachs OB Raphael Kürzinger (CDU) während der Eröffnung der vom Kulturraum Vogtland-Zwickau initiierten Ausstellung vor dem einstigen Blumenladen an der Marktstraße. Dort gehört die Tex zu den Hinguckern. Der OB nutzte die Gelegenheit, um die Gäste der Vernissage zudem auf die prächtigen, teilweise sanierten Industrieellen-Wohnsitze in der Stadt aufmerksam zu machen. Kulturraum-Koordinatorin Judith Eittinger regte an, die industrielle Geschichte nicht als abgeschlossen zu betrachten, sondern mit Blick auf deren architektonisch wertvolle Zeitzeugen die Reise ins Heute und Morgen anzutreten. "Die Schau wirft auch die Frage auf, wie wir mit dieser Geschichte und den Gebäuden umgehen."

Die von dem Leipziger Fotografen Jörg Dietrich gefertigten Streetlines sind nach dem Ausstellungsende in Plauen, Crimmitschau, Glauchau und Zwickau zu sehen. Neben der Ansicht der Textilfachschule können in Reichenbach beispielsweise Panoramen des Weisbachschen Hauses in Plauen, der Wernesgrüner Brauerei, des Textil- und Rennsportmuseums in Hohenstein-Ernstthal, des Zwickauer Hauptbahnhofes, der Wanderer-Werke in Chemnitz und der Strumpffabriken Oberlungwitz besichtigt werden. Möglich ist das bei einem Bummel vom Markt über Zenkergasse, Zwickauer Straße bis zur Oststraße. Eine Sonderausstellung zur Textilindustrie im Vogtland rundet das Industriekultur-Jahr zudem in Kürze im Ortsteil Mylau ab. Auf der Burg öffnet am 15. September die Schau "Spindeln, Webstühle und Visionen".

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