Schaustickerei bekommt nach Sanierung Tageslicht von oben

Für Anfang November rechnet der Verein Vogtländische Textilgeschichte mit dem Ende der im Sommer begonnenen Arbeiten im Stickerei- Gebäude. Das wäre noch rechtzeitig zum Start eines neuen Projektes.

Plauen.

Schon bald wird es heller werden im Stickerei-Gebäude auf dem Gelände der Schaustickerei am Obstgartenweg im Stadtteil Reusa. Denn die Sonne scheint dann nicht mehr nur durch die Fenster, sondern auch durch die erneuerten vier Oberlichter in den Saal. Die zum Schutz seit August abgedeckten historischen Stickmaschinen in dem Raum sollen nach Abschluss der Baumaßnahmen Anfang November wieder in Betrieb gehen. Dann können die Besucher des Museums wieder sehen, wie einst in dem 1902 errichteten Bau gearbeitet wurde.

Was vielleicht nicht jeder sieht, ist das in Ordnung gebrachte Dach. "Wir haben jetzt ein Blechdach anstatt der bisherigen Bitumen-Bahnen", so die Vorsitzende des Vereins Vogtländische Textilgeschichte, Gabriele Rudolph. Auch der Zwischenboden wurde saniert. Jetzt kann es nicht mehr reinregnen. Das Blechdach und auch die Erneuerung der Oberlichter sei eine Bedingung der Denkmalschutzbehörde gewesen.

Denn die Oberlichter sind früher auch schon eingebaut gewesen und in Bauplänen von 1902 zu finden. Sie waren aber bis jetzt mit Farbe überstrichen, sodass kein Licht durchdringen konnte. Es befanden sich früher noch weitere Lichtschächte im Dach, "die aber offenbar durch den Krieg weggekommen sind", erklärte Frank Luft.

Bis die Stickmaschinen wieder abgedeckt und in Gang gesetzt werden können, muss in den nächsten Tagen noch einiges getan werden, machten Frank Luft und Gabriele Rudolph deutlich. In die Oberlichter kommt noch milchiges Glas, das bruchsicherer ist. "Der Elektriker muss noch einige Leitungen verlegen", kündigte die Vereinschefin an. Maler waschen die Decke ab und tragen neue Farbe auf.

Das Geld für die Arbeiten am Stickerei-Gebäude und die beendeten Erneuerungen an der benachbarten Villa kam von der Gebäude- und Anlagenverwaltung der Stadt Plauen, der Denkmalschutzbehörde sowie aus Mitteln des Kulturraums. Die für beide Bauten im Vorhinein veranschlagten Kosten sind mit 120.000 Euro angegeben worden.

Einem neuen Projekt zum Start ins Jahr der Industriekultur in Sachsen 2020 steht also bald nichts mehr im Wege. Das neue Projekt trägt den Titel "Themenreise Plauener Spitze". Es handelt sich um fünf Stationen, die auf dem Grundstück am Obstgartenweg eingerichtet werden. An den Stationen informieren bald Texte, Fotos und Dokumente auf Sichttafeln sowie Ausstellungsstücke auch über die Geschichte des Industriemuseums, das 1902 als Lohnstickerei in Betrieb ging. Außerdem geht es an den Stationen unter anderem auch um die Geschichte der Stickerei- und Spitzenindustrie als Hausindustrie vieler Familienbetriebe der Region und um die heutige Situation der Branche.

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