Schmuckstück in Oberlauterbach wächst um Veranstaltungsscheune

Reichlich zehn Jahre haben die Vereinsmitglieder am Umgebindehaus gewerkelt. Das ist fertig, doch für den Verein kein Schlusspunkt.

Oberlauterbach.

"Eine Weinprobe zum Beispiel, oder ein Abend mit Reisebericht, natürlich auch Feiern" - Gerhard Wattenbach vom Förderverein zum Erhalt des Vogtländischen Umgebindehauses in Oberlauterbach hat schon Ideen, wie die Scheune neben dem Umgebindehaus an der Neustädter Straße künftig genutzt werden kann.

"Natürlich nur in den wärmeren Monaten", schränkt der Vereinsvorsitzende ein. Denn wie beim nahezu originalgetreu wiederaufgebauten Umgebindehaus gilt das Motto "Leben wie zu Großmutters Zeiten". Und damit liegt für die knapp 20 Vereinsmitglieder auf der Hand, dass die Scheune ohne Heizung bleibt - so wie das Umgebindehaus ohne fließend Wasser, das man sich deshalb von der Pumpe im Garten holen muss. Zum "Komfort wie anno dazumal" gehört auch: Der Gang zum Plumpsklo führt über den Hof.


Das urige Ambiente muss kein Nachteil sein, wissen die Vereinsmitglieder. Denn die Resonanz, die ihre Veranstaltungen zu Himmelfahrt sowie am Tag des offenen Denkmals finden, ist groß. Auch Schulklassen, Besucher des Natur- und Umweltzentrums oder Übernachtungsgäste, denen das Matratzenlager auf dem Dachboden reicht, lassen sich vom Charme des Ursprünglichen, den das Ensemble ausstrahlt, verzaubern.

Das ist vor allem das Verdienst der Vereinsmitglieder, die Umgebindehaus und Scheune vor Verfall und Abriss gerettet haben. Vereinschef Wattenbach verweist darauf, dass man ohne Unterstützung nicht so weit gekommen wäre. Beispielsweise bei der Sanierung der Scheune. Rund 60.000 Euro und etwa 500 Arbeitsstunden wurden binnen eines Jahres investiert, um den Fachwerkbau zu erhalten und nutzbar zu machen. Das Geld kam von der Leader-Region (50.000 Euro) und der Stadt Falkenstein (10.000 Euro); die Arbeitsstunden leisteten Vereinsmitglieder und Helfer.

Für so viel Einsatz gab es vor wenigen Tagen auch Anerkennung von Sachsens Minister für Umwelt und Landwirtschaft, Thomas Schmidt (CDU). Bei einem Besuch der Leader-Region Falkenstein/Sagenhaftes Vogtland lobte er die Vereinsmitglieder als "Leute, die Chancen ergreifen." Für sie sei Leader gemacht, denn vielfach wisse man vor Ort am besten, wofür es Fördermittel bedarf.


Leader-Region Falkenstein

Die Abkürzung Leader steht für Liaison entre actions de développement de l'économie rurale. Das ist französisch und heißt zu deutsch Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft.

Die Leader-Region Falkenstein/Sagenhaftes Vogtland ist mit 19.000 Einwohnern die kleinste der 30 Leader-Regionen in Sachsen. Neben Falkenstein samt Ortschaften gehören dazu Bergen, Ellefeld, Grünbach, Muldenhammer, Neustadt und Werda.

Das Budget zur Förderung von Projekten in der Region beträgt im Zeitraum 2014 bis 2020 rund 3,5 Millionen Euro. (how)

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