Schüler stellen Falkensteiner Judenretter in Dresden vor

Alfred Roßner im Fokus von Spurensuche-Projekt an Trützschler-Oberschule

Falkenstein/Dresden.

Gab es auch in Falkenstein Menschen, die den Juden geholfen haben? Acht- und Zehnklässer aus Falkenstein haben sich ein halbes Jahr mit dieser Frage beschäftigt und das Ergebnis jetzt bei den Jugendgeschichtstagen in Dresden vorgestellt. Im Zentrum ihrer Arbeit zur Zeit des Nationalsozialismus stand ein Falkensteiner, der als Oscar Schindler des Vogtlandes gilt: Alfred Roßner.

Roßner, 1906 geboren und in Falkenstein aufgewachsen, hatte während der Nazizeit den Betrieb einer befreundeten jüdischen Familie im südostpolnischen Bedzin übernommen und diesen Umstand genutzt, um mehrere Tausend Juden dort zu beschäftigen und damit vor der Deportation zu retten. Nur 37-jährig bezahlte er diesen Mut mit dem Leben, er starb 1943 in Gestapohaft.

Seit 2005 ist es für Martina Wohlgemuth das siebte Geschichtsprojekt, das sie gemeinsam mit Schülern der Trützschler-Oberschule in diesem Rahmen durchführt. Sie war es auch, die vor einiger Zeit Hannah Miska an die Schule geholt hatte. Die Autorin aus Bayern hat ein Buch über das Leben Roßners geschrieben, das vor einem Jahr erschienen ist. Seit ihrem Besuch an der Falkensteiner Schule beschäftigen sich Jugendliche an der Einrichtung mit Roßner, was jetzt in dem Projektbeitrag mündete.

Für das Programm Spurensuche der Sächsischen Jugendstiftung könne man sich jeweils zu Jahresbeginn mit einer Projektidee bewerben, berichtet Lehrerin Wohlgemuth. Das Falkensteiner Projekt war eines von etwa 20 in diesem Jahr, das von einer Jury für förderwürdig eingestuft wurde. Daraufhin begann laut Martina Wohlgemuth der Arbeitsprozess, der mit der Teilnahme an den Jugendgeschichtstagen, einschließlich Präsentation der Ergebnisse im Landtag, jetzt im November in Dresden endete. Ausgehend von Miskas Buch und den darin zitierten Zeitzeugen, die dank Roßner überlebten, war das junge Historiker-Team in Falkenstein auf Spurensuche gegangen. "Der Leiter des Stadtarchives konnte uns viel berichten", schreiben die zehn Schüler in einem Zwischenbericht beispielsweise.

Wieder zurück in Falkenstein, ist das Thema aber keineswegs abgehakt: Wie Martina Wohlgemuth berichtet, habe sich aufgrund des Projektes prominenter Besuch in Falkenstein angekündigt: Frank Richter, Landtagsabgeordneter aus Meißen und ehemals Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, wolle am 27. Januar mit einer Holocaust-Zeitzeugin aus Antwerpen anreisen. Und Miska habe sich für März ein weiteres Mal angekündigt.

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