Schulleiter geht gelassen in den Ruhestand

Fast 27 Jahre hat Klaus Batsch die Geschwister-Scholl-Schule geleitet und geprägt. Am Donnerstag nimmt er Abschied.

Auerbach.

Am Dienstag noch ein Test im Geschichtsunterricht in Klasse 8, am Mittwoch Gastgeber einer Schulleitertagung, am Donnerstag das letztes Mal morgendlicher Empfang der Schüler an der Pforte. Danach ist für Klaus Batsch, seit 1992 Schulleiter der Oberschule "Geschwister Scholl" in Auerbach, der Schuldienst Geschichte. Er geht in den Ruhestand. "Ich war und bin gern Lehrer. Aber ich freue mich auch auf den neuen Lebensabschnitt", bekennt der 65-Jährige.

Zumal er "seine" Schule künftig in guten Händen weiß: Mit Carmen Götz übernimmt seine Stellvertreterin, zunächst wie üblich als amtierende Schulleiterin. "Wir sind seit 2017 ein Team in der Schulleitung, aber wir arbeiten schon seit 1990 zusammen", berichtet Klaus Batsch.

Damals wurde er selbst Schulleiter - an der damaligen Goetheschule Auerbach und vom Kollegium gewählt. Die Schule war noch eine Polytechnische Oberschule und ab 1988 Batschs erste Station in Auerbach. Zuvor hatte der Lehrer für Russisch und Geschichte zehn Jahre in Borna unterrichtet, wo er seine Frau aus Ellefeld kennenlernte, für die er ins Vogtland zog.

Die neue Zeit brachte nicht nur ein neues Schulsystem, neue Lehrpläne und Schulformen, sondern in Auerbach auch eine neue Schulstruktur: Die Goetheschule wurde zum Gymnasium, an der bisherigen Erweiterten Oberschule mit der Mittelschule "Geschwister Scholl" eine neue Schule gebildet. Klaus Batsch bewarb sich als Schulleiter und konnte die neue Schule von Anfang an prägen, an seiner Seite ein neu zusammengestelltes Kollegium.

"1990 bis 92 waren meine Lehrjahre. Danach wusste ich, was ich wollte und was geht", bekennt der scheidende Schulleiter. Dass "der Schüler im Mittelpunkt steht" wird man wohl von den meisten Lehrern hören. Aber wie man diesen Grundsatz im Schulalltag umsetzt, das ist in der Scholl-Schule schon an der Pforte zu spüren. Es fängt bei der Begrüßung zu Schulbeginn an, die mehr ist als ein Erspüren der Stimmung, mit der die Schüler das Haus betreten. Ein freundliches Wort, ein aufmunternder Gruß, eine Nachfrage - für Batsch zeigt sich darin der "Respekt gegenüber dem Schüler, den wir Lehrer auch von unseren Schülern erwarten. Sie als Persönlichkeit zu achten - damit bin ich in all den Jahren gut gefahren."

Eine Sicht, die seine Schüler teilen, immerhin schlugen sie ihren Direktor 2012 für den "Deutschen Lehrerpreis" vor. Die unscheinbare Glastrophäe steht auf dem Schreibtisch des Schulleiters. "Das war schon schön, besonders weil der Vorschlag für die Auszeichnung von den Schülern kam", sagt Batsch und zitiert eine ehemalige Schülerin: "Wir waren hier wie eine große Familie" - dieser Satz beschreibe das Klima an der Geschwister-Scholl-Oberschule mit ihren 380 Schülern und 30 Lehrern ziemlich treffend, meint der Schulleiter.

Dass sich in fast drei Jahrzehnten auch manches gewandelt hat, findet Klaus Batsch "normal". "Vieles ist anders geworden, aber doch nicht schlechter", sagt der Lehrer und meint damit nicht nur die Schüler von heute. So sehe er auch das sächsische Schulsystem und erst recht die Bedingungen, unter denen Schule heute stattfinde. "Damit mein ich auch unser Haus. Die Sanierung und Erweiterung von 2009 bis 2012 bei laufendem Schulbetrieb war ein Kraftakt. Was die Stadt Auerbach als Schulträger hier geschaffen hat, das wissen die Lehrer und Schüler zu schätzen", sagt der Schulleiter, der dieses Haus nun verlässt.

Zuhause in Ellefeld will sich der Ruheständler zum Beispiel mehr Zeit für seine Hobbys Lesen und Fußball nehmen. Für spannende historische Romane und die Bundesliga: Aufgewachsen in Zerbst (Sachsen-Anhalt) schlägt Batschs Herz für den 1. FC. Magdeburg, aber auch für RB Leipzig. Er sei Fan, verfolge die Entwicklung der Vereine aber "gelassen", sagt Batsch. So wie er auch seinen Abschied von der Schule sieht, die er fast 27 Jahre geleitet hat.

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