Schulleiter wünscht sich Entlastung für Kinder

Rainer Lemoine von der Seminaroberschule zum Gespräch mit Ministerin

Auerbach/Dresden.

Schon Fünft- und Sechstklässler bringen es an sächsischen Oberschulen auf eine wöchentliche Unterrichtsstundenzahl von über 30. Für Rainer Lemoine, Leiter der Auerbacher Seminaroberschule, ein Umstand, den es zu ändern gilt. Deshalb habe er den Besuch der Kultusministerin Brunhild Kurth am Mittwoch in seiner und der benachbarten Parkschule genutzt, um darauf nochmals aufmerksam zu machen, erklärte er gestern gegenüber "Freie Presse".

Sachsen rangiere damit im bundesweiten Vergleich weit oben. Lemoine: "Der Schulalltag der Oberschüler ist damit nicht einfacher als der Arbeitsalltag der Erwachsenen." Denn mit dem Stundenplan sei es ja nicht getan, hinzu kämen Hausaufgaben und lange Schulwege.

Aber nicht nur die Stundenanzahl, sondern auch die Unterrichtsinhalte und -ziele sind laut Rainer Lemoine reformbedürftig. So sei das Neigungskurssystem, wie es in den 2000er-Jahren eingeführt wurde, nicht mehr zeitgemäß. Hier sieht Lemoine Potenzial insgesamt Druck rauszunehmen, indem aus dem bisher leistungsorientierten Charakter der Neigungskurse ein System der Arbeitsgemeinschaften würde.

Natürlich waren am Mittwoch auch der Lehrermangel und die Ausbildung des Lehrernachwuchses in Auerbach ein Thema. "Wir brauchen mehr Lehramtsstudenten im naturwissenschaftlichen Bereich." Lemoine schlägt deshalb vor, hier die Ansprüche herabzusetzen. Denn viele Anwärter würden an den zu hohen Anforderungen scheitern, die in der Praxis nicht benötigt würden. Lemoine vermeldet zudem entgegen dem Trend: "Von acht Referendaren, die in der jüngeren Vergangenheit an unserer Schule ausgebildet wurden, sind sieben im Vogtland geblieben." Lemoine ist mit dem Besuch der Ministerin zufrieden.

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