Segler wollen Leitung für Abwasser an der Pöhl

Vereine aus Mylau und Helmsgrün wollen einen runden Tisch anregen

Pöhl.

Das Aus der Pläne für neue Abwasserleitungen an der Talsperre Pöhl in den Bereichen FKK-Strand Helmsgrün und Schlosshalbinsel hat nicht nur Touristen und Planer enttäuscht. Auch Segelvereine am Stausee trauern der verpassten Chance hinterher. Dazu meldeten sich nun Vorsitzende der Segelsportgemeinschaft (SSG) Mylau und des Segelsportvereins Helmsgrüner Bucht. "Eine kostenfreie Abwasserleitung, als Technologie der Zukunft - wir hatten uns darauf gefreut", sagt Rudolf Beer von der SSG Mylau.

Eigentlich hatte der Zweckverband Wasser und Abwasser Vogtland vorgehabt, die bei Touristen beliebten Bereiche ans zentrale Abwassernetz anzuschließen. Das hätte bedeutet, dass die von vielen Gästen schon lange als eklig empfundenen Dixi-Klos am FKK-Strand abgeschafft worden wären. Doch der Plan war damit verbunden, das Schmutzwasserkanalnetz in Helmsgrün zu sanieren. Über das Netz sollte Abwasser vom FKK-Strand und von der Schlosshalbinsel abgeleitet werden. Doch Helmsgrüner Bürger protestierten. Denn Anwohner hatten Zweifel, ob das Kanalnetz wirklich so marode ist, wie der Zwav angibt. Laut Waltraud Muß, Technische Leiterin beim Zwav, fühlten sich Anwohner zudem belästigt durch den Fahrverkehr Richtung Bucht und befürchteten, dass sie für Arbeiten am Kanalnetz zur Kasse gebeten werden. Auch wenn der Zwav versichert, dass keine Kosten auf die Bürger zugekommen wären. "Die Hintergründe der Ablehnung kennen wir nicht", so Beer weiter. "Aber in einigen Jahren wären die Helmsgrüner mit Sicherheit Frau Bang vom Zweckverband Talsperre Pöhl und ihrer Bürgermeisterin Daniela Hommel-Kreißl dankbar."


Katrin Graupner vom Helmsgrüner Verein kritisiert: "Helmsgrüner haben die Entscheidung beeinflusst, aber wir als Anrainer wurden nicht angehört." Es sei für das Schutzgebiet Talsperre Pöhl sinnvoll, bei der Abwasserentsorgung eine einheitliche Linie zu fahren, findet sie. Derzeit entsorgten die Vereine über eine Grube. Überprüfung und Instandsetzung tragen sie selbst, erklärte Graupner. Die Leerung werde über Pachtgebühren an den Zweckverband abgedeckt. Die Vereine wollen den zentralen Abwasser-Anschluss noch nicht verloren geben. Deshalb fordert Graupner: "Alle sollten sich noch mal an einen Tisch setzen."

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