Seminar der Generationen: Senioren löchern junge Experten

Ungewöhnliches Projekt hat in Rodewisch viel Erfolg: Berufsschüler führen Rentner in die Geheimnisse der modernen Kommunikationstechnik ein. Und die hatten ganz konkrete Fragen mitgebracht.

Rodewisch.

Wie macht man gute Fotos per Handy? Und vor allem: Wie findet man sie anschließend wieder und überträgt sie dann noch auf den Laptop? Mit solchen und ähnlichen Fragen können sich ältere Menschen in Rodewisch jetzt an echte "Digital Natives" wenden, also an junge Leute, die als "digitale Eingeborene" mit Internet, Smartphone und E-Mail aufgewachsen sind. Gelegenheit dazu bietet das "Seminar der Generationen", das im September startete und am Samstag zum dritten Mal im Beruflichen Schulzentrum stattfindet.

"Die Idee stammt von drei BSZ-Schülern der zwölften Klasse - Eric Schlunz, Max Reichmann und Robert Eidam", berichtet Fachlehrerin Berit Holl. Ausgangspunkt sei das Projekt "Ab in die Mitte" der Stadt Rodewisch gewesen. Auf Anregung von Bürgermeisterin Kerstin Schöniger (CDU) habe man sich Gedanken darüber gemacht, wie sich die Berufsschule dabei einbringen könne.

Zunächst fand der Vorschlag bei den jungen Leuten viel Anklang - Schüler des Leistungsfachkurses Informatiksysteme und des Grundkursfaches Webtechnologien gründeten zusammen mit der Fachlehrerin ein "Support-Team". Und auch bei den Senioren war das Echo sofort groß: Zu den beiden ersten Veranstaltungen kam ein gutes Dutzend der älteren Semester ins BSZ. "Es war sehr, sehr schön", sagt Andrea Mercz von der Rodewischer Stadtverwaltung, die die Anmeldungen entgegennahm und das Ganze begleitete. "Dadurch, dass mehr Schüler als Senioren da waren, gab es mindestens eine 1:1-Betreuung." Je nach Smartphone-Betriebssystem fanden sich "Androiden" und "IOSler" zusammen, und die jungen Leute nahmen sich viel Zeit für die Beantwortung aller Fragen. Eine ältere Dame habe sogar gesagt, dass sie in den zwei bisherigen Seminaren mehr gelernt habe als in sieben Jahren Computerkurs an der Volkshochschule.

Lehrerin Holl bewundert vor allem den Mut der älteren Generation, die sich den Herausforderungen der sich ständig wandelnden Informationstechnik stellt. "Die Fragen sind dann auch sehr konkret - zum Beispiel, welches Smartphone man sich denn am besten zulegen sollte." Eine Frau habe dann beim nächsten Termin gleich das neue Gerät, noch original-verpackt, mitgebracht, und sich beim Einrichten beraten lassen. Eine andere Seniorin habe davon erzählt, dass all ihre Freundinnen tolle Spiele auf dem Handy hätten, die sie auch gern haben wollte. Das Thema Whatsapp habe ebenfalls eine große Rolle im Seminar gespielt, genau wie die Bildbearbeitung. "Es war viel gegenseitiger Respekt spürbar", findet Berit Holl. Und die Senioren seien "unglaublich dankbar" für die persönliche Betreuung gewesen, die ihnen hier zuteil wurde.

Das 3. Seminar der Generationen findet am morgigen Samstag zeitgleich mit dem Tag der offenen Tür des BSZ Vogtland in Rodewisch, Parkstraße, von 9.30 bis 13 Uhr statt. Diesmal ist keine Anmeldung erforderlich.

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