Singende Vogtländer bringen Seemannslieder übers weite Meer

Der Shantychor der Marinekameradschaft Plauen feiert sein 25-jähriges Bestehen. Heute gibt es ein großes Konzert.

Plauen.

Seemannslieder erklingen hierzulande nicht all zu oft. Der Plauener Shantychor ist die einzige Singgemeinschaft in Sachsen, die im Deutschen Marinebund organisiert ist und das Genre pflegt. Am 30. Mai 1992 ist der Chor der Marinekameradschaft Plauen mit elf Seebären gegründet worden. Bereits am 5. Dezember desselben Jahres trat der Chor mit 17 Sängern und zwei Instrumentalisten bei der Weihnachtsfeier der Marinekameradschaft auf. "Am 27. Februar 1993 hatten wir unseren ersten öffentlichen Auftritt im AWO-Pflegeheim am Kastanienweg", erinnert sich Klaus Wunderlich. Er ist der Einzige, der von den elf Gründungsmitgliedern von 1992 übrig geblieben ist. Der 66-Jährige übernahm den Dirigentenstab von Rudolf Müller und leitet den Shantychor seit 2004.

Am Samstag soll das 25-jährige Bestehen der Chorgemeinschaft mit einem Konzert im Chrieschwitzer Einkaufszentrum Elster-Park gefeiert werden. Gleich drei befreundete Shantychöre aus benachbarten Bundesländern eilen an diesem Tag herbei, um zu gratulieren und das Konzert der Plauener Sänger zu bereichern. Der gemeinsame Auftritt beginnt 9.30 und läuft bis 12 Uhr. Der Eintritt ist frei. Als Gäste sind dabei der Shantychor der Marinekameradschaft Hof, der Marinechor Bamberg und der Shantychor Erfurt. Nach den einzelnen Auftritten werden zum Schluss alle gemeinsam das Gorch-Fock-Lied "Weiß ist das Schiff, das wir lieben" präsentieren. Am Abend findet zudem eine interne Festveranstaltung im Ratssaal statt.

Der Plauener Shantychor setzt sich für die Weitergabe der Kultur, des traditionellen Brauchtums der deutschen Marine und der Seefahrt, sowie für die Pflege des maritimen Liedgutes ein. Sein Repertoire besteht aus Freizeit- und Arbeitsliedern der Matrosen und aus aktuellen Seemannsliedern. Auftritte in Österreich, Italien, Kroatien, Frankreich, Ungarn, der Schweiz und in Deutschland vom Chiemsee bis Hamburg zeugen von der Qualität der Plauener Sänger und Instrumentalisten. Auch wenn der Chor inzwischen auf 33 Mitglieder angewachsen ist, sucht er, wie alle anderen Chöre auch, dringend Nachwuchs und vor allem einen Akkordeonspieler. Wer mitsingen oder musizieren will, muss nicht zwingend zur See gefahren sein. "Die wenigsten Sänger bei uns waren Seeleute", sagt Dietmar Schmidt, der Kulturverantwortliche in der Runde. "Wir nehmen jeden auf, der musikalisch ist und singen kann."

Die Proben finden immer mittwochs ab 16.15 Uhr im Marineheim an der Plauener Dittesstraße 64, gegenüber dem Polizeirevier, statt." Unter den Instrumentalisten befindet sich die einzige Frau im Chor. Sie würde sich natürlich auch freuen, wenn sich weibliche Verstärkung fände.

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