Sojajoghurt-Törtchen als Gruß aus dem Land der Kirschblüte

Mit Eierschecke hat Erik Wunderlich in Japan Bäcker und Köche auf den Geschmack sächsischer Backwaren gebracht. So sehr, dass die Berufskollegen aus Fernost neugierig wurden.

Treuen/Schreiersgrün.

Ganze Arbeit geleistet haben Erik Wunderlich, Bäcker- und Konditormeister aus Schreiersgrün, und zwei Berufskollegen aus Dresden und Zwickau bei ihrer Japan-Visite Ende September: Beim Arbeitsbesuch der drei Botschafter des sächsischen Bäckerhandwerks in Matsumoto nahe Nagano auf der japanischen Hauptinsel Honshu wurde verabredet, dass in zwei Jahren die japanischen Freunde der deutschen Brotkultur einen Gegenbesuch machen. "Am Vogtland haben sie besonderes Interesse", freut sich der 33-Jährige, der schon Ideen für das Besuchsprogramm hat: "Die Vogtlandmühle in Straßberg, die Vogtlandarena und natürlich eine Präsentation vor vogtländischen Bäckern", zählt der Schreiersgrüner auf.

Doch noch sind die Eindrücke von Wunderlichs zweiter Japan-Reise, die Anfang Oktober endete, frisch. Wie nach der ersten Visite vor zwei Jahren, werden die Kunden wieder davon kosten können: Neben Melonenbrötchen und Brot mit Hokkaido-Kürbis, die bei den Vogtländern schon damals gut ankamen, gibt es nächste Woche noch Sojajoghurt-Kirschtörtchen. Mit dem Gebäck will der Konditor Japan seine Referenz erweisen, das oft als Land der Kirschblüte bezeichnet wird. "Ich habe aus Japan auch ein Rezept für Bohnenmus-Törtchen mitgebracht. Aber ich bin mir nicht sicher, ob sich der Vogtländer auf dieses eher ungewöhnliche Geschmackserlebnis einlassen würde", meint der Meister verschmitzt.

Die Kreationen der sächsischen Bäcker hingegen kamen in Japan wieder prima an: Michael Eichler von Michas Naturbackstube in Stenn bei Zwickau backte Malfa-Brot; Torsten Eckert aus Dresden, auf den der Kontakt nach Japan zurückgeht, backte Plätzchen. Den schwierigsten Part hatte der Vogtländer: Erik Wunderlich zeigte auf Wunsch der japanischen Gastgeber, wie man Eierschecke, Quarktorte und Speckfettkuchen zubereitet. "Trotz sorgfältiger Vorbereitung - Überraschungen blieben nicht aus und ich musste improvisieren", sagt der Juniorchef der Feinbäckerei Wunderlich. Beispielsweise waren die für den Speckfettkuchen benötigten grünen Stachelbeeren nicht aufzutreiben. "Da hab' ich rote genommen - sieht auch gut aus". Und die Eier japanischer Hühner stellten Erik Wunderlich vor ein Rätsel: "Um daraus ausreichend Eischnee für die Eierschecke zu schlagen, brauchte ich stets die doppelte Anzahl Eier."

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