Spitzenpreis für Vogtland-Holz

Weymouths-Kiefer aus dem Raum Tirpersdorf ist bei einer Auktion bei Dresden mit großem Erfolg versteigert worden. Viel zu oft werde der wahre Wert der Stämme verkannt, mahnt der Revierförster.

Kottengrün.

138 Euro für einen Festmeter Holz - diesen Spitzenwert haben zwei Stämme der Weymouthskiefer aus dem Privatwald von Norbert und Jens Pöhler vor einigen Tagen bei einer großen Auktion in der Dresdner Heide erzielt. "Das ist auch ein Erfolg für die jahrelange Arbeit der Waldbesitzer und eine Bestätigung für den notwendigen Idealismus bei der Waldbewirtschaftung", meint Revierförster Karsten Scharschmidt. Er hatte die Pöhlers im Vorfeld der Auktion lange beraten, über den Sachsenforst wurde der aufwändige Holztransport Richtung Dresden organisiert. Außer den beiden Stämmen aus dem Privatwald wurden 15 Stämme Lärche, drei Kiefern und fünf Douglasien aus dem vogtländischen Landeswald dorthin bugsiert. Insgesamt kamen etwa 900 Stämme bei der 17. Sächsischen Wertholzsubmission zur Versteigerung. Die Pöhlers sind selbst Forstingenieure, sie gehören zusammen mit rund 50 anderen privaten Waldbesitzern zur Forstbetriebsgemeinschaft Elstergebirge-Göltzschtal.

Der Weg zur Auktion war langwierig - erst im dritten Anlauf hatten die Pöhlers dort ihr Holz platzieren können. In den Vorjahren war es entweder noch nicht gut genug oder gerade nicht gefragt. "Auch beim Holz gibt es Modeerscheinungen, Weymouthskiefer ist momentan begehrt", so Scharschmidt. Er beschreibt das Holz als leicht rötlich, mit mattseidenem Glanz: "Das Gute ist, es dunkelt nicht nach." Verarbeitet werde es derzeit gern zu Möbeln oder Wandverkleidungen. Zu DDR-Zeiten habe man lediglich Bleistifte daraus gemacht: "Es hat die libanesische Zeder ersetzt."


90 bis 100 Jahre alt waren die beiden Weymouthskiefern - damit könnten sie im Vogtland zu den ältesten ihrer Art gezählt haben. Denn erst seit den 1920-er Jahren wird der aus Nordamerika stammende Baum verstärkt im Vogtland angepflanzt. Über 30 Meter hoch waren die Stämme. Für die Auktion sind allerdings nur die untersten vier bis fünf Meter, der so genannte Erdstamm, gut genug. "Man muss das Holz alt und dick werden lassen", meint der Revierförster. Er bedauert, dass so mancher Waldbesitzer hochwertige Stämme nicht entsprechend ihres Wertes verarbeitet, und bietet auch außerhalb der Forstbetriebsgemeinschaft gern sein Fachwissen an.


Daten und Fakten zum vogtländischen Wald

Mit Wald bedeckt sind im Vogtland 57.000 Hektar. Der Nadelwald dominiert: Fichte hat einen Anteil von 77 Prozent, Kiefer neun Prozent, Lärche drei Prozent. Buche und Eiche dagegen zusammen nur drei Prozent.

Größter Waldeigentümer im Vogtland ist der Freistaat mit über 24.000 Hektar. Der Privatwald umfasst knapp 27.000 Hektar (verteilt auf 7500 Besitzer). Kommunen gehören rund 5000 Hektar, der Kirche 815 Hektar.

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