Sportler werden ins Rampenlicht gerückt

Zur Ellefelder Kirmes steuern die Heimatfreunde eine Fotoausstellung bei. In diesem Jahr haben sie sich als Thema den 160. Geburtstag des Turnvereins herausgepickt.

Ellefeld.

Er ist einer der ältesten in der Region und war zur Gründungszeit fünfter seiner Art in Sachsen. 2018 feiert der knapp 300 Mitglieder starke Ellefelder Turnverein 160-jähriges Bestehen, und dieser Meilenstein wird zur Kirmes am Wochenende in Form einer Ausstellung gewürdigt. Dafür verantwortlich zeichnen die Heimatfreunde Ellefeld. Im ersten Stock des Oberen Schlosses stehen drei Räume vorübergehend ganz im Zeichen des Sports.

Vorübergehend heißt: Die Sonderausstellung ist auf das Wochenende beschränkt. Denn der Platz wird für Advent und Weihnachten gebraucht. So viel Aufwand für so wenig Schau-Zeit? "Das ist ein Haufen Arbeit", gibt Karlheinz Rieß von den Heimatfreunden zu. "Aber noch mache ich das gerne." Alle Zehn machen das gerne - sofern sie körperlich noch können. Denn die kleine Truppe ist in die Jahre gekommen. "Wir sind alle Rentner", sagt Karlheinz Rieß. Gesammelt haben die Heimatfreunde unter der Leitung von Horst Teichmann trotzdem viel - vom ältesten noch auffindbaren Vereinsfoto anno 1892 bis zu Turnierberichten aus mehreren Jahrzehnten.

Besuchern werden eine Menge Bilder und Dokumente begegnen. Urkunden, Schauturnen, Briefköpfe, Vereinsstempel, Baugeschehen an der Turnhalle und deren Weihe vor 110 Jahren, namhafte Ellefelder Sportler mit Weltmeisterschafts- und Olympiastarts. Dazu eine Liste sämtlicher Vorsitzenden. Außerdem Greifbares: Pokale, Gürtelschnallen, Gymnastikanzüge. Der älteste - ein hellblauer Zweiteiler - trägt das Datum 1950.

Karlheinz Rieß kennt sich in der Vereinshistorie aus. Zumal der Ellefelder seit Ende der 1950er-Jahre auch noch als Ortschronist unterwegs ist. "Das war zunächst ein reiner Turnverein", weiß er. Und absolute Männerdomäne. Was sich später aber änderte. "In den 20er und 30er Jahren hatte er eine ganz starke Frauenabteilung. Das sieht man anhand der Bilder", so Rieß.

Nicht nur die Zusammensetzung änderte sich im Laufe der Zeit, sondern auch der Name. Als Turnverein gegründet, hieß er nach dem Zweiten Weltkrieg Sportgemeinschaft Ellefeld. "Weil nicht nur Turner dabei waren, sondern auch Fußballer, Handballer, eine Abteilung Tischtennis, Kegeln und Schach", erzählt der Heimatfreund. Es habe sogar mal Skisport gegeben. Ab 1952 gehörte der Verein dem VEB Ellefelder Maschinenbau an und nannte sich bis zur Wende BSG Motor Ellefeld.

Etwas Raum haben die Heimatfreunde für einen zweiten Turnverein gelassen, den es 1892 bis 1940 im Ort gab. Und für die Olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea samt deutschem Medaillen-Regen. Karlheinz Rieß dazu: "Wir haben gedacht, das passt."

Die Ellefelder Kirmes beginnt am Freitag, 19 Uhr mit einem Fackel- und Lampionumzug vor dem Kindergarten. Am Samstag und Sonntag öffnet das Obere Schloss jeweils von 13 bis 18 Uhr. Dort sind an beiden Tagen auch Glasbläser der Lauschaer Manufaktur mit Ausstellung, Mitmachaktion und Verkauf vertreten. Das Fest endet am Sonntag bei Tischtennis für jedermann von 13 bis 16 Uhr.

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