Stefanie Hertel reißt die Massen mit

Der bisher größte Kraftakt in der Treuener Kirmes-Geschichte hat sich für die Organisatoren gelohnt: Am Sonntag war so viel Publikum da wie nie zuvor.

Treuen.

Unter "normalen" Umständen wäre das 1000-Mann-Zelt im Treuener Kulturzentrum mit Abstand zu groß gewesen. Nicht so am Sonntagnachmittag. Da reichte es hinten und vorne nicht und musste an einer Seite geöffnet werden. Denn die Kirmes-Organisatoren hatten für ihre Gäste ein besonderes Paket geschnürt und Stefanie Hertel mit ihrer Dirndl-Rock-Band verpflichtet. Zum ersten Mal sang die gebürtige Oelsnitzerin dort neben ihrem Vater Eberhard Hertel. Für ihn war es bereits das vierte Konzert in der Treba-Stadt.

Bei den ersten paar Liedern wollte der Knoten noch nicht richtig platzen. Als Stefanie, die drei Frauen an ihrer Seite und der Mann am Schlagzeug zum "Vugelbeerbaam" ausholten, kam jedoch sofort Bewegung in die langen Bankreihen. Man schunkelte und sang mit, was das Zeug hielt.

Veronika und Armin Heller hatten einen Platz in Bühnennähe ergattert. "Wir waren schon zeitig hier, um nicht ganz hinten sitzen zu müssen", sagten sie. "Die Stefanie haben wir bis jetzt nur im Fernsehen gesehen." Den beiden Treuenern gefällt eigenen Worten zufolge die musikalische Wandelbarkeit der gebürtigen Oelsnitzerin. "Wenn man ziemlich nah dran ist, merkt man erst richtig, wie viel Freude ihr das Singen macht."

Schlager mit und ohne volkstümliche Ausrichtung, rockige Titel, Oldies, Ohrwürmer, Eigenes und Covertitel folgten Schlag auf Schlag. Manchmal wurde es ausgesprochen spontan. Etwa als Swen Dietrich, Präsident des gastgebenden FSV, seinen Ohren nicht richtig trauen wollte. Am Sonntag feierte er 44. Geburtstag und bekam prompt ein Ständchen. Ansonsten blieb ihm und seinen Vereinskollegen wenig Zeit zum Zuhören. Man hatte beim Getränkeausschank alle Hände voll zu tun.

Für die Ausrichter, zu denen auch die Stadtverwaltung gehört, bedeutete die Kirmes eine Herausforderung, die sich gewaschen hatte. "Das ist ein riesiger logistischer Aufwand. Wir mussten bedeutend mehr Technik heranschaffen", berichtete Treuens Pressesprecher Philipp Kober. Auch beim Strom musste nachgelegt werden und bei der Gästeversorgung. Normalerweise wird ein 600-Mann-Zelt aufgebaut. "Ich denke aber, wir haben das gut gemeistert", sagte der Verwaltungsmitarbeiter. "Es ist auch alles ruhig geblieben."

Genau genommen war es Eberhard Hertel zu verdanken, dass seine Tochter in Treuen ein Gastspiel gab. "Ich habe immer wieder versprochen, sie mitzubringen, und dieses Versprechen jetzt gehalten", sagte er. Hertel schätzt die gemütliche Atmosphäre vor Ort: "Das ist schöner als die ganz großen Veranstaltungen. Man hat das Publikum direkt dabei."

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