Steinberger startklar für Biermarathon

Eine ganze Hundertschaft aus Rothenkirchen, Wernesgrün und Wildenau wird in drei Wochen in die böhmische Partnergemeinde reisen.

Steinberg.

Nein, das Bier sei natürlich nicht das Wichtigste beim Biermarathon in Chyše am 4. August, versichert Thomas Bretschneider (57), Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Steinberg: "Spiele und Spaß stehen im Vordergrund, vom Kind bis zum Greis können alle mitmachen." Obwohl er sich dann doch nicht sicher ist, ob so viele Steinberger auch zu einem "Milchmarathon" in die böhmische Partnergemeinde reisen würden: "Die Vogtländer trinken halt genauso gerne Bier wie die Tschechen - auch das verbindet uns."

Mit zwei Bussen werden rund 100 Rothenkirchener, Wildenauer und Wernesgrüner in drei Wochen in den Ort bei Karlsbad fahren: "Für Chyše ist das fast zu viel, dort wohnen ja nur 700 Leute." Mit einem Marathon hat die dortige Veranstaltung dann auch wenig zu tun: Mit einem Bierglas am Band wandern die Teilnehmer etwa fünf Kilometer weit von einem der fünf Stände verschiedener Brauereien zum anderen, überall sind Geschicklichkeitstests und ähnliches zu bewältigen, sodass für Gaudi gesorgt ist.

Die Partnerschaft mit Chyše (deutsch Chiesch) besteht offiziell seit 2013 und ist damit die jüngste Gemeindekooperation der Steinberger. Schon länger verbunden sind sie mit dem hessischen Hünfeld und dem ungarischen Simontornya.

Eindeutiger Vorteil von Chyše sei natürlich die kurze Entfernung, sagt Bretschneider. Sie macht gegenseitige Besuche unkompliziert, normalerweise geht es ohne Übernachtung. Die Sprachbarriere überwinde man mit Hilfe einer Dolmetscherin, mit Englisch oder notfalls auch mit Händen und Füßen. "Die jungen Leute können doch alle gut Englisch, chatten auch auf Englisch miteinander - die kommen damit in Tschechien ebenso gut zurecht wie in Ungarn", sagt Bretschneider. Bei den selteneren Visiten in Simontornya profitiere man davon, dass die Frau von Bürgermeister Andreas Gruner als gebürtige Ungarin übersetzen könne: "Und unser Bürgermeister selbst spricht ja auch fließend Ungarisch."

Rund 50 Steinberger mischen mit im Partnerschaftsverein. "Manche Leute denken tatsächlich, wir haben was mit Swingerklub zu tun", berichtet Thomas Bretschneider schmunzelnd. Dabei gehe es darum, die Gemeinde in Sachen Kooperation mit den Partner-Kommunen zu entlasten. Er ist seit zwei Jahren Vorsitzender und findet es momentan wichtiger denn je, die Verbindungen nach Osten aufrecht zu erhalten und auszubauen: "Es wird nur noch von Orban geredet - aber wir kennen doch die Ungarn und wissen, wie sie wirklich sind."

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