Streit an der Pirk: Neue Runde nach Beschwerde

Ornithologen fordern höhere Auflagen für Talsperrenverwaltung

Oelsnitz.

Im Konflikt mit der Landestalsperrenverwaltung um das Bauvorhaben am Damm des Flächennaturdenkmals "Vogelschutzbecken" Talsperre Pirk haben vogtländische Naturschutzverbände nun eine Beschwerde an Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nach Dresden geschickt. In dem Schreiben, das "Freie Presse" vorliegt, fordern sie unter Federführung des Klingenthaler Ornithologen Stephan Ernst höhere naturschutzrechtliche Auflagen bei der geplanten Sanierung des Damms.

Wie das Umweltministerium am Montag auf Anfrage von "Freie Presse" mitteilt, wird der Vorgang nun erneut geprüft. Konkret geht es den Naturschützern um ein Planfeststellungsverfahren und eine Umweltverträglichkeitsstudie, da es sich bei den Plänen der Talsperrenverwaltung aus Sicht der Ornithologen um einen "unverhältnismäßigen Eingriff" ins geschützte Gebiet handelt. Die Behörde meldete das Vorhaben als "Gewässerunterhaltungsmaßnahme" im Landratsamt an. Geht das durch, müssten Naturschutzverbände nicht gehört werden. Teil der Forderung ist auch, den Gehölzgürtel auf dem Damm vollständig zu erhalten. Es geht um 174 Bäume. Vogelkundler Ernst vom Verein Sächsischer Ornithologen betont im Schreiben, dass es sich beim Refugium an der Pirk um das wichtigste Wasservogelbrutgebiet des Vogtlands handelt. Es gilt als größter bekannter Starenschlafplatz der Region und Heimat bedrohter Arten, auch des Fischotters. Rückenwind erhält Ernst von der Arbeitsgemeinschaft Vogtländischer Ornithologen, Nabu, BUND und Grüner Liga. Vertreter der regionalen Organisationen haben die Beschwerde bei einer Krisensitzung Ende April unterschrieben - mit dem Chef der BUND-Regionalgruppe, Volkmar Ihle aus Ellefeld, auch ein Vorstandsmitglied der hiesigen Grünen. (nij)

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