Strickerei versorgt sich selbst mit Strom

Das Thema Nachhaltigkeit spielt bei der Grünbacher Firma STS eine große Rolle. Deshalb lässt der Geschäftsführer eine Solaranlage auf das Dach bauen. Innovativ ist er aber auch bei seinen Produkten.

Grünbach.

Markus Tutsch sagt von sich: "Ich bin ein Grüner." Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass das Thema Nachhaltigkeit bei seiner Grünbacher Firma STS Textiles eine große Rolle spielt. Er erweitert sein Firmengebäude gerade um eine Lagerhalle. Auf das Dach des neuen Gebäudeteils lässt er eine Solaranlage installieren. "Ich möchte als Unternehmer die Energie dort erzeugen, wo sie auch gebraucht wird", erklärt der Geschäftsführer. Das sei sowohl ökologisch als auch betriebswirtschaftlich sinnvoll.

Die 2008 gegründete Strickerei hat in den vergangenen Jahren mit einem speziellen Material von sich Reden gemacht, das Wärme speichern kann. Für den mit Paraffin getränkten Stoff erhielt die Firma mehrere renommierte Preise. Nachdem der Einsatz des Materials bei einem österreichischen Hersteller von Infrarot-Heizungen aus technischen Gründen gescheitert ist, versucht Tutsch für seinen textilen Wärmespeicher nun im Caravan-Bau Abnehmer zu finden. Sein Gedanke: "Wohnmobile und Wohnwagen haben nur dünne Wände. Der Stoff isoliert die Fahrzeuge tagsüber vor der Hitze und gibt die gespeicherte Wärme nachts wieder ab, wenn es kühler ist." Außerdem testet Tutsch in seiner Strickerei den Einsatz von Holzfasern sowie von Fasern, die auf Mais basieren.

Gestrickte Stoffe als Meterware für die Herstellung von Matratzen, Kissen und Decken sind der bei weitem größte Posten, der die Firma fast täglich verlässt. Die Stoffrollen stapeln sich derzeit auf dem Firmengelände. Für Markus Tutsch ein Zeichen dafür, dass die Arbeiten am neuen Lager möglichst bald beendet werden müssen. Die Vorarbeiten an dem neuen Gebäudeteil haben im Sommer begonnen. Derzeit steht das Skelett der Halle. Ende nächster Woche soll sie bereits fertig sein. Danach soll auf dem Dach die Solaranlage installiert werden.

Die 42 Mitarbeiter zählende Textilfirma braucht die Lagerfläche dringend, denn die täglich rund 25.000 Meter gestrickten Stoffe können von den Kunden oft nicht mehr am Tag der Fertigung abgeholt werden, erklärt Geschäftsführer Tutsch. Geliefert werden die Stoffe an Kunden wie zum Beispiel das Unternehmen Matratzen Concord oder die Firmen, die für das Versandhaus Otto arbeiten. Grünbacher Stoffe werden aber auch für Hotels unter anderem der Ketten Four Seasons und Formule 1 sowie die Aida-Kreuzfahrtschiffe verarbeitet.

Um solche Großkunden beliefern und auch halten zu können, hat Markus Tutsch in den vergangenen Jahren rund vier Millionen Euro in seine Firma investiert. Drei Millionen Euro davon flossen in die Erneuerung der Strickautomaten, eine Million Euro in den Anbau. Diese Investitionen haben nicht nur zu dem großen Ausstoß der Produktion und einem kräftigen Firmenwachstum geführt: "Wir sind derzeit die vielleicht modernste Strickerei Europas", berichtet der Geschäftsführer. Er schätzt, dass STS Textiles den Umsatz in diesem Jahr aufgrund der Investitionen in die Produktion um mindestens 25 Prozent steigern wird.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...