Telemedizin: Pilotprojekt kommt schwer in Fahrt

Räume in Wildenau sind bezogen - Rechtliche Unklarheiten bremsen

Wildenau/Rodewisch.

Der Start des medizinischen Servicezentrums in Wildenau, mit dem unter Einsatz der sogenannten Telemedizin eine bessere Versorgung von Patienten auf dem Land erreicht werden soll, vollzieht sich schwieriger als gedacht. Zwar konnten Anfang März dafür Räume in dem Ortsteil von Steinberg bezogen werden; "allerdings gibt es noch Unklarheiten bezüglich der Rechtmäßigkeit der Leistungserbringung und Videosprechstunde", erklärte Anke Häber auf Nachfrage. Die Professorin an der Westsächsischen Hochschule Zwickau ist Koordinatorin des Projektes "Telematikunterstützung für die Impulsregion Vogtland 2020", an dem neben dem Vogtlandkreis mit dem Klinikum Obergöltzsch weitere Partner, darunter IT-Unternehmen, beteiligt sind. Eine Folge der noch offenen Fragen ist laut Heber, "dass aktuell leider nur ein sehr eingeschränkter Betrieb stattfindet".

Das Personal für das Servicezentrum habe seine Fortbildung absolviert, die technische Ausstattung sei installiert. "Wir hoffen, in Kürze den vollen Leistungsumfang zur Verfügung stellen zu können", kündigte die Wissenschaftlerin an. "Dann können Patienten, die als Patienten der am Projekt teilnehmenden Hausarztpraxen registriert sind oder sich dort registrieren lassen, das Servicezentrum Wildenau aufsuchen."


Ziel der Zentren ist es, mit medizinischen Fachangestellten vor Ort eine Grundversorgung zu gewährleisten und so den Ärztemangel in besonders benachteiligten Regionen zu mildern. Zu den im Rahmen des Projektes möglichen medizinischen Leistungen sollen Voruntersuchungen, wie das Aufnehmen von sogenannten Vitaldaten oder das Wechseln von Verbänden gehören. Wird dennoch ein Arzt benötigt, kann dieser per Videotechnik zugeschaltet werden.

Parallel zum Servicezentrum Wildenau wird am Aufbau eines weiteren Zentrums im Vogtland gearbeitet. "In Rosenbach stehen wir kurz vor Abschluss bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten, mit den Ärzten der Umgebung sind wir im Gespräch", berichtet Professorin Häber.

Für das Servicezentrum Wildenau geht Anke Häber davon aus, dass das Telemedizin-Pilotprojekt im Lauf des Sommers so weit fortgeschritten ist, dass man es der Öffentlichkeit vorstellen kann.

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