Treuener Kulturbanausen machen die Nacht zum Tag

Nach dem Aus der Aktion "Bar für eine Nacht" hat die Kulturinitiative das Format überarbeitet und eine "No Name Night" am Stadtrand veranstaltet.

Ausgeh-Location für eine Nacht: Mit der "No name Night" haben die Treuener Kulturbanausen die Gaststätte Waldesruh für eine Nacht wiederbelebt. Christian Nestler (r.) sorgte für die passende Musik.Foto: David Rötzschke

Von Sylvia Dienel

Viele Monate des Tüftelns liegen hinter den Treuener Kulturbanausen - und sie machen sich jetzt bezahlt: Der Nachfolger ihrer Aktion "Bar für eine Nacht" heißt "No Name Night", und eine solche namenlose Nacht richteten sie am Samstag in der etwas abseits gelegenen Gaststätte "Waldeslust" aus. Der Auerbacher Christian Nestler und seine Gitarre untermalten die ausverkaufte Veranstaltung mit Musik.

Weil ihr jüngstes Angebot nicht namenlos bleiben soll, richteten sich die Kulturbanausen zu fortgeschrittener Stunde an ihr Publikum. Von dort sollten Namensvorschläge kommen. Mehr als zehn gingen ein und werden ausgewertet.

Vor allem sollten sich die Gäste am Samstagabend entspannen. Das ist Bestandteil des neuen Konzepts. Man will richtige Baratmosphäre aufkommen lassen, keine Disko steigen lassen. "Die Leute können sich treffen, was trinken und bei gediegener Musik unterhalten", sagte Maik Strauß. Dass er eigentlich gar kein "Banause" ist, fällt kaum auf. Denn bei allem, was die sechsköpfige Truppe anpackt, gehört der Treuener dazu. "Wir haben insgesamt elf freiwillige Helfer, die nicht im Verein sind, sich das aber trotzdem auf die Fahnen geschrieben haben", freut sich Christin Kraus. Bei ihr laufen die Fäden zusammen.

Dreimal richteten die Kulturbanausen in Kooperation mit der Initiative "Aktiv für Treuen" bislang abendfüllende Treffs für 30- bis 60-Jährige aus. Der letzte ging 2016 über die Bühne. Dann war Veränderung vonnöten. Denn das im Namen enthaltene Wort Bar musste die Bar für eine Nacht unbedingt loswerden. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hatte Einwände, witterte dahinter Konkurrenz für örtliche Gastronomiebetriebe.

Geschlagen geben wollten sich die Treuener nicht. Denn die Nächte waren mit 200 bis 300 Gästen mehr als gut besucht. Schließlich stand und steht auch im Konzept, in Treuen eine Ausgeh-Gelegenheit mit etwas anderem Format anzubieten. "Wir haben keine Probleme mit Gaststätten, die finden das toll", ergänzte Maik Strauß.

Die noch leer stehende "Waldeslust" erfüllte alle räumlichen Anforderungen. Denn das kleine Kulturvölkchen hat es auf leerstehende Objekte abgesehen, und die wechseln mit jeder Ausgabe. "Wir wollen sie damit wiederbeleben", erklärte Christin Kraus. Auch wenn es gerne rustikal zugehen darf, bei der Sicherheit wird auf jedes Detail geachtet. "Wir haben Security da und Feuerwehrleute unter den Gästen, außerdem Notausgänge, Feuerlöscher und einen Notfallkoffer", zählte Maik Strauß auf.

Service Am 24. November laden die Kulturbanausen zur Party zu zweit in die Treuener Goethehalle ein. Beginn ist 20 Uhr.

0Kommentare Kommentar schreiben