Trotz Kritik: Amt zufrieden mit neuer Abfallentsorgung

Die Kreisverwaltung hat einen Bericht zum Stand der Umstellung der Abfallwirtschaft gegeben. Zuletzt gab es erneut Frust.

Auerbach.

Alles in Butter bei der Abfallentsorgung im Vogtland? Der Bericht der Geschäftsbereichsleiter im Landratsamt, Christina Uhlenhaut und Lars Beck, am Montag im Kreistagsausschuss für Umwelt, Bau und Vergabe hat den Anschein erweckt. Nennenswerte Nachfragen von Abgeordneten gab es nicht.

In Internetforen war dagegen gerade in der Zeit um den Jahreswechsel erneut nachzulesen, dass es nach wie vor Frust unter den Gebührenzahlern gibt. Es häuften sich Klagen, dass die Abfuhr nicht klappte, deren Abstände zu lang sind, das Abfallamt oder die Entsorgungsgesellschaft KEV für Anliegen schlecht zu erreichen waren. Auch Nachfragen, warum Alleinstehende laut Abfallsatzung eine gleich hohe Grundgebühr zahlen wie Mehrpersonen-Haushalte ebben nicht ab.

Die Zahl der Widersprüche gegen die bisher 85.444 verschickten Abfallgebührenbescheide ist jedoch gering, sagte Uhlenhaut. Die Hälfte der 1902 Widersprüche seien im Prinzip auf Änderungsanträge hinausgelaufen, die man habe erledigen können. Folglich werde nur gegen rund ein Prozent der Bescheide Widerspruch geführt. Uhlenhaut: "Ein bei der Masse zufriedenstellendes Ergebnis." Andreas Schautschick, Leiter des Abfallamtes, äußerte sich "vorsichtig optimistisch", dass die aktuelle Gebührenkalkulation bis Ende 2021 hält: "Im Moment sieht es gut aus."

Zur grundsätzlich angestrebten nur noch 14-täglichen Müllabfuhr erklärte Uhlenhaut, dass von den ursprünglich 1000 beantragten Ausnahmen nach Vor-Ort-Terminen zur Einzelfallprüfung aktuell noch 250 Behälter wöchentlich geleert würden. Nach Investitionen von Grundstückseigentümern in erweiterte Behälterstandorte sollen es bis Ende 2021 nur noch 180 Behälter sein, die wöchentlich geleert werden. Man habe Hoffnung, die Zahl danach weiter reduzieren zu können. "Das liegt im Sinn aller Beteiligten", sagte Uhlenhaut.

Von ursprünglich 99 zentralen Papiersammelplätzen in Plauen sind aktuell 43 übrig. Bis März werden alle noch verbliebenen Papiercontainer abgezogen: "Bisher haben sich keine Gründe ergeben, die es notwendig machen würden, Standplätze mit Papierbehältern bestehen zu lassen", sagte Uhlenhaut. Die Umstellung auf die haushaltnahe Entsorgung mit blauen Tonnen sei eine "sehr bequeme Sache", schätze Dezernentin Uhlenhaut ein, die betonte, selbst in Plauen zu wohnen.

Zum Weggang der beiden Geschäftsführer der Kreisentsorgungsgesellschaft KEV sagte Beck, dass die Kündigung von Seiten der Geschäftsführer ausgegangen sei. Der Prokurist nehme die Aufgaben übergangsweise wahr. In Zukunft wolle man die ebenfalls kreiseigene Deponie Schneidenbach GmbH (DSG) mit der KEV "zusammenzuführen". Mit ihr verschmolzen wurde bereits der Allgemeine Dienstleistungsbetrieb (ADB), ebenfalls eine Tochtergesellschaft des Landkreises.

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