Trotz Nachwuchssorgen: Bläsern geht Puste nicht aus

Die Blasmusik der Eimberg-Musikanten kommt beim Publikum an. Doch neue Mitspieler findet das Werdaer Orchester nur schwer.

Werda.

Jetzt wird es wieder ruhig um die Eimberg-Musikanten. Zur Werdaer Kirmes setzte das Ensemble aus der Gemeinde den Schlusspunkt hinter die Saison. Der Auftritt zum Frühschoppen im Gasthof "Zur Sonne" sei auch immer ein Dankeschön an den Wirt, betont der musikalischer Leiter Gerald Beier. Denn der sperrt einmal pro Woche den Saal für die Proben auf. Dort und bei Auftritten in der Region lassen die Bläser ganzjährig von sich hören.

Seit 1933 gibt es die Eimberg-Musikanten, 1953 erfolgte eine Neugründung, 1993 die Vereinsgründung. Am "Dreiertakt" wollen die Eimberg-Musikanten festhalten - und sich für das Jahr 2023 etwas Besonderes ausdenken. 16 Frauen und Männer brüten bereits über Ideen. So viele Mitglieder hat der Verein. Die allerwenigsten kommen aus Werda oder Kottengrün. Der jüngste Eimberg-Musikant hat das 20. Lebensjahr vollendet, der älteste ist seit 83 Jahren auf der Welt.


Gespielt wird so gut wie immer klassisch-böhmische Blasmusik. Aber es gibt Ausnahmen: Eine Handvoll Lieder von James Last gehört zum hunderte Titel starken Repertoire. Zurückgegriffen wird im Normalfall "nur" auf 80. Gastspiele geben die Eimberger 10 bis 15 Mal pro Jahr vogtlandweit bei Festen.

Gerald Beier ist der einzige Profi-Musiker im Ensemble. An einem Freizeit-Orchester schätzt der Kottengrüner "das Urige, die Einzigartigkeit der Leute." Auch das ungezwungene Miteinander. "Wenn man in einem Berufsorchester spielt, bedeutet das Arbeit. Hier ist es Hobby."

Blasmusik kommt den Eimbergern zufolge nicht nur beim reiferen Publikum gut an. "Wie der Schlager erlebt sie eine Renaissance bei Jugendlichen", freut sich Gerald Beier. Doch anklopfen beim Verein - das tut so gut wie niemand. Dabei gäbe es gar nicht so weit weg ideale Kandidaten: Zwei Oelsnitzer Schulen haben eigene Musikkapellen. "Dort werden die Kinder über viele Jahre ausgebildet", weiß Gerald Beier. "Es ist sehr schwierig, junge Leute zu finden", hakt die Vereinsvorsitzende Anka Ficker ein: "Nach der Schule gehen sie weg, zum Studium oder zur Ausbildung." Interessenten müssten nicht nur Zeit mitbringen. Sondern auch Liebe zum Hobby.

Einen Schicksalsschlag mussten die Eimberg-Musikanten im Frühjahr verkraften. Nach 30-jähriger Mitgliedschaft und mehr als zwei Jahrzehnten Vorsitz verstarb Schlagzeuger Frieder Michel. Ein Nachfolger fand sich schneller als gedacht, berichtet Beier: Peter Schlott sah die Traueranzeige und klopfte umgehend an. Der Verstorbene sei als Mensch nicht zu ersetzen, so Gerald Beier. "Aber wir haben jemanden gefunden, der zu uns passt."

Zur Probe treffen sich die Eimberg-Musikanten mittwochs, von 19 bis 21.30 Uhr in der Werdaer Gaststätte "Zur Sonne".

www.eimberg-musikanten.de

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