Trotz Pandemie: Paare wollen auf Heirat nicht verzichten

Die ganz große Fete anlässlich des gegenseitigen Ja-Wortes blieb 2020 vielen verwehrt. Von der Eheschließung schreckte das indes nur wenige Paare ab.

Geschlossene Gaststätten, eine zahlenmäßig eingeschränkte Hochzeitsgesellschaft oder die Flitterwochen, die für viele angehende Eheleute im vergangenen Jahr schon im Vorfeld ins Wasser fielen - Gründe, sich eine Heirat im vergangenen Jahr gut zu überlegen, gab es genug. Von der Entscheidung für ein Leben zu zweit, hielt das allerdings nicht alle Paare im Vogtland ab. So haben sich in Plauen im Jahr 2020 laut Stadtverwaltung 233 Paare das Ja-Wort gegeben. Nur 34 Eheschließungen weniger als noch 2019. Allein 31 Mal wurde im Wonnemonat Mai geheiratet. Für das begonnene Jahr haben in der Spitzenstadt ebenfalls schon 87 Paare ihre Eheschließung verbindlich angemeldet, wie die Leiterin des Standesamtes Dietberga Zabel mitteilt. Termine mit eingängiger Zahlenkombination, wie etwa der 21. Mai 2021 oder der 21. August 2021, werden dabei nicht häufiger gefragt als andere Termine. "Samstage sind immer sehr beliebt", ergänzt Zabel. Auch bei der Wahl des Trauortes blieben die Plauener ihrem Favoriten treu. Egal ob mit oder ohne Pandemie werde der historische Trausaal im Plauener Rathaus am häufigsten genutzt.

Das Oelsnitzer Standesamt, das auch für die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Bösenbrunn, Eichigt und Triebel, die Stadt Schöneck und die Gemeinden Mühlental und Tirpersdorf zuständig ist, verzeichnete 2020 mit 88 Eheschließungen sogar 18 mehr als im Vorjahr, wie Hauptamtsleiter Hannes Schulz erklärt. Die meisten Paare ließen sich im Oelsnitzer Rathaus trauen. Auch für 2021 sind bereits 47 Voranmeldungen eingegangen. Eine besondere Vorliebe für spezielle Termine der angehenden Eheleute zeichnet sich laut Schulz auch in Oelsnitz nicht ab. "Eheschließungen finden von Montag bis Samstag statt."

Die Reichenbacher schlossen hingegen im vergangenen Jahr mit 108 Trauungen 21 Mal weniger den Bund fürs Leben als noch 2019. Aufgrund der Vorschriften der jeweils geltenden Corona-Schutzverordnung wurden Hochzeiten zeitweise ausschließlich im städtischen Neuberin-Museum angeboten, sagt Stadtsprecherin Heike Keßler. "Doch da mit der Eheschließung Rechtsverhältnisse begründet werden, war es trotz der Corona-Pandemie immer möglich, zu heiraten. Selbst in der Zeit, in der bedingt durch die gültige Allgemeinverfügung, die Wahrnehmung eines Eheschließungstermines nur noch durch die Eheleute möglich war."

Dennoch geht Keßler davon aus, dass um die 20 Paare ihre Hochzeit in Reichenbach von 2020 auf 2021 verschoben haben. Für das kommende Jahr liegen dem Amt bislang 57 Anmeldungen vor. "Bereits zum jetzigen Zeitpunkt wurden 24 Samstage für Hochzeiten vorgemerkt." Beliebte Daten sind unter anderem der 8. und der 22. Mai sowie der 7., der 14. und der 21. August. "An diesen Tagen werden die Standesbeamtinnen mehrfach das Wort "Ja" hören, das aus Brautpaaren dann Eheleute macht", weiß Heike Keßler.

Auch in Auerbach waren Heiratswillige im Jahr der Pandemie zurückhaltender als im Jahr zuvor. Wurden hier 2019 noch 80 Eheschließungen durchgeführt, waren es im vergangen Jahr dagegen nur 64, so Stadtsprecher Hagen Hartwig. Am häufigsten sei 2020 im Rathaus geheiratet worden, da Eheschließungen in der Göltzschtalgalerie Nicolaikirche und dem Schloss Ellefeld durch die Corona Pandemie teilweise nicht möglich gewesen seien, berichtet er. Dass einige geplante Eheschließungen von 2020 auf das Jahr 2021 verschoben wurden, sei gewiss.

Wie viele genau, das könne aber nicht gesagt werden, denn auch für das laufende Jahr seien bislang nur fünf Anmeldungen zur Eheschließung eingegangen. "Beliebte Daten sind nicht zu erkennen, auch nicht zu einem bestimmten Wochentag. Das gilt auch für die Vorjahre", sagt Hartwig.

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