Turmknauf gibt Geheimnis preis

Vor der Sanierung der Werdaer Kirche wurde die Turmspitze abgenommen. Dort fanden sich Zeugnisse von 1818 bis heute.

Werda.

Mit Spannung haben am Samstag interessierte Kirchgänger in Werda darauf gewartet, was sich im Turmknauf der Katharinenkirche verbirgt. Der Turm des 1776 erbauten Sakralbaus wird saniert, weil der Schwamm den Balken zugesetzt hat. Sie müssen erneuert werden. Zur Vorbereitung wurde der Knauf abgenommen. Dabei kam eine Dokumentenhülse zum Vorschein.

Die Spannung stieg, als Pfarrerin Ute Eismann das gut verschlossene Behältnis öffnete. Zum Vorschein kamen eine Ausgabe der Leipziger Zeitung vom 17. Juni 1905, handschriftliche Berichte, die bei den Öffnungen der Kapsel 1818, 1858, 1831, 1905 und 1968 eingelegt worden waren, sowie Münzen in Reichsmark- und DDR-Währung. Die Dokumente waren brüchig, aber gut leserlich. Die Autoren, meistens Pfarrer der Kirchgemeinde, berichteten vom Baugeschehen, nannten die Handwerker und beklagten Finanzierungsengpässe während der Weltkriege. Im Beitrag von 1968 erwähnte Pfarrer Gotthold Ebert ein gut aufgestelltes Gemeindeleben, trotz der sich zu DDR-Zeiten vollziehenden Lockerung im Verhältnis vieler Menschen zur Kirche. Nach Ende der Arbeiten wird die Hülse mit den Dokumenten, ergänzt um neue, wieder im Knauf deponiert.

Zuerst wird nun am Glockenstuhl gearbeitet. Die Glocken wurden im November abgenommen. Die große und mittlere Glocke aus Eisenhartguss werden von solchen aus Bronze ersetzt. Die kleine, zugleich älteste Glocke aus dem Jahr 1520 bleibt erhalten. Die Turmsanierung und das Erneuern der Glocken sind mit 330.000 Euro geplant.

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