Überraschende Wende im Feuerwehrzoff

Neuer Anlauf für die Feuerwehrsatzung: Nach der Abfuhr in der letzten Ratssitzung legt die Stadtverwaltung einen neuen Entwurf vor. Nun herrsche Konsens, heißt es unisono.

Auerbach.

Wer trifft künftig welche Entscheidungen, welches Amt wird gewählt, welches hauptamtlich bestellt? Nach jahrelangem Streit innerhalb der fünf Auerbacher Ortswehren soll eine neue Satzung Struktur und Arbeit der Kameraden regeln. Am Montag steht sie zum zweiten Mal auf der Tagesordnung des Stadtrates.

Mit ihrem ersten Vorschlag für das Papier war die Stadtverwaltung gescheitert. Weil die Rechtskonformität in Frage stand und die kleineren Ortswehren protestierten, verweigerten die Stadträte jüngst die Zustimmung. Inzwischen ist die umstrittenste Passage geändert, haben sich Vertreter der Wehr, Stadträte und Oberbürgermeister auf eine zustimmungsfähige Satzung geeinigt. So heißt es unisono.

Hauptknackpunkt war, dass die Funktion des stellvertretenden Gemeindewehrleiters ursprünglich automatisch dem Leiter der Auerbacher und damit größten Ortswehr zufallen sollte. Laut Gesetz müsse eine ehrenamtliche Stellvertreterfunktion per Wahl bestellt werden, hatten vor allem Vertreter der CDU- und AfD-Fraktionen den Verfassern der Satzung vorgehalten. Zudem fühlten sich die Vertreter der Wehren von Rebesgrün, Reumtengrün, Vogelsgrün und Beerheide dabei wiederholt übergangen.

Unumstritten war und ist, dass künftig die Funktion des Gesamtgemeindewehrleiters hauptamtlich und nicht wie bisher ehrenamtlich ausgeübt wird. Ebenso herrschte Einigkeit darüber, dass mit dem Feuerwehrausschuss ein neues Gremium gebildet wird. Im Detail gab es aber auch hier inzwischen Ergänzungen.

Dem Feuerwehrausschuss sollen stimmberechtigt angehören: der OB mit doppelter Stimme, der hauptamtliche Gemeindewehrleiter, die gewählten Ortswehrleiter und drei Stadträte. Beratend stehen dem Gremium die Leiterin des zuständigen Ordnungsamtes und der hauptamtliche Gerätewart zur Seite. Bei einem Treffen von Kameraden, Stadträten und OB am Dienstag dieser Woche wurde zusätzlich ergänzt: Auch die Stellvertreter der Ortswehrleiter dürfen an den Ausschusssitzungen teilnehmen, allerdings ohne Stimmrecht.

Den stimmberechtigten Ausschussmitgliedern obliegt nun auch die Aufgabe, die Besetzung der umstrittenen stellvertretenden Gemeindewehrleiter-Position per Wahl zu bestimmen. Zwischendurch kursierte eine Version, in der allein die Ortswehrleiter hierfür stimmberechtigt sein sollten. Der Vorschlag, dies dem gesamten Ausschuss zu überlassen, sei aus den Reihen der Wehr gekommen, berichten mehrere Stadträte.

Damit erklingen nun versöhnliche Töne von allen Seiten: "Alle Wehrleiter haben sich einstimmig für die jetzt gemeinsam erarbeitete Version der Satzung ausgesprochen", sagt Nico Voigtländer, der Chef der Ortswehr Auerbach. Auf Anfrage äußern auch die Stadträte Joachim Otto (CDU), Volker Mieth (Linke) und Tilman Matheja (AfD) ihre Zufriedenheit mit dem jetzt vorliegenden Konsens. "Der Feuerwehrausschuss gilt den Kameraden als Hoffnungsträger, dass ihre Bedürfnisse, Anliegen und Probleme künftig demokratisch gehört und behandelt werden", ergänzt Matheja.

Oberbürgermeister Manfred Deckert (parteilos) bestätigt den nochmals abgeänderten Inhalt, der zum Teil in der Vorlage im Online-Ratsinformationssystem der Stadt noch nicht ausgewiesen ist.

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