Urkartoffel fühlt sich im Vogtland wohl

"Rund um die Knolle" ist das Motto beim Treuener Herbstfest. Und bei Familie Schmidt; Landwirte aus Hartmannsgrün.

Treuen.

Kaum ist der Tisch vollständig mit Verkaufsgut bestückt, sind erste Interessenten zur Stelle. Kein Wunder: Am Stand von Familie Schmidt aus Hartmannsgrün liegen eine Menge Kartoffel-Raritäten in den Schalen. Fast alles dreht sich zum 2. Herbstfest auf dem Treuener Marktplatz am Samstag um die Knolle.

Sechs Händler, in der Mehrheit Marktanrainer, stellten neben Kartoffeln Honig, Obst-, Gemüse- und Getreideprodukte, Blumen und anderes Dekoratives auf ihre Tische oder vor die Geschäftstüren. Zusätzliche Feststimmung legte sich bei Musik an das Motto angelehnten Imbissen und Zumba-Vorführungen über den Veranstaltungsort. Die zweite Herbstfest-Ausgabe fiel um einige Nummern größer aus. Im vergangenen Jahr Einzelkämpferin, suchte Mandy Krutzsch von der organisierenden Initiative Aktiv für Treuen diesmal nach Mitstreitern. "Das war ganz schön anstrengend", schaute die Gärtnermeisterin zurück.

Zwei Mitglieder der Hartmannsgrüner Familie Schmidt verkauften Kartoffeln, Kräutermischungen, Bienen- und Obsterzeugnisse in Treuen. Die anderen sieben wurden zu Hause gebraucht. "Wir fangen heute mit der Kartoffelernte an", berichtete Vater Matthias Schmidt. Alles stammt aus eigenem Anbau. Auch solche Kartoffelsorten, die auf Märkten kaum bis gar nicht mehr zu finden sind. Über 40 wachsen auf dem heimischen Feld. Besonders häufig werde zu Bamberger Hörnchen gegriffen, sagte Matthias Schmidt. "Die sind auch was fürs Auge." Ähnlich weit oben auf der Beliebtheitsskala rangiert die Sorte Rote Emma. Als dritten Favoriten nannte der Hartmannsgrüner Linda mit ausgeprägtem Fruchtgeschmack.

Auch die peruanische Urkartoffel konnten Marktbesucher kennen lernen. Deren Konsistenz sei zwischen mehlig und festkochend einzuordnen, sagte Silke Schmidt. Da die Urkartoffel auf Heimatboden bis in eine Höhe von 4000 Meter angebaut wird, verträgt sie den Fachleuten zufolge das vogtländische Klima bestens. Die Sorte sei außerdem krankheitsresistent. "Wir brauchen keine Spritzmittel", erklärte Silke Schmidt. "Als bekennende Christen wollen wir die Schöpfung erhalten."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...