Urteil zu Handybetrug präzisiert

Schaden von 400.000 Euro nicht voll nachweisbar

Auerbach.

Zum Handybetrugsurteil vom Donnerstag am Amtsgericht Auerbach gibt es eine Präzisierung in Bezug auf die Schadenssumme. Im Ergebnis sei diese nicht nachweisbar und wenn, dann nur in geringem Umfang gewesen, sagte Gerichtsdirektorin Inge Bahlmann am Freitag auf Nachfrage. Der Richter hatte in seiner mündlichen Urteilsverkündung erklärt, man verzichte auf den von der Staatsanwaltschaft geforderten Wertersatz, weil dieser teilweise freiwillig erfolgt sei.

Das Amtsgericht Auerbach hat am Donnerstag den Inhaber (57) eines Elektronikfachmarktes und eine Filialleiterin (35) zu zwei und eineinhalb Jahren auf Bewährung verurteilt. Zudem müssen sie 3000 und 1500 Euro an Vereine zahlen.

Ihnen wurden rund 2000 Fälle von gewerblichen Betrug und Computerbetrug zwischen 2008 und 2013 zur Last gelegt. Der von der Staatsanwaltschaft geforderte Schadensersatz: 411.500 Euro. Konkret ging es um Handyvertragspakete, die vertragswidrig aufgeschnürt und in Teilen verkauft wurden. Dazu wurden Provisionen kassiert, Verschlüsselungen geknackt, Adressen und Namen gefälscht.

Nicht alle Anklagepunkte hatten vor Gericht Bestand. So wurde ein großer Teil des Schadens, der den Providern entstanden sein soll, kassiert. Die Angeklagten hatten die verbliebenen Tatvorwürfe - die Anzahl der Taten blieb bei knapp 2000 - eingeräumt und als Motiv hohen Druck in der Branche angegeben. Aufgeflogen waren sie, weil die Vertragsabschlussquote in der Region höher war als anderswo. (suki/how)


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