Verein in Berg- und Talfahrt

Nach dem Tod ihres stellvertretenden Vorsitzenden müssen sich die vogtländischen Freunde der Mineralogie und Geologie teilweise neu strukturieren.

Ellefeld.

Etliche Jahre hat Ralf Harlaß die Richtung der Vereinsarbeit mitbestimmt. Nach dem Tod des stellvertretenden Vorsitzenden Ende Januar müssen die Freunde der Mineralogie und Geologie verschiedene Aufgaben neu verteilen. Zur Jahreshauptversammlung am Dienstag in der Ellefelder Turnhalle verständigten sich die Freizeit-Sammler darüber.

Ralf Harlaß reiße eine "relativ große Lücke", sagte Vereinschef Alfred Heß. Vor allem in puncto Ideenfindung. Zwei Mitglieder erklärten sich bereit, diese Funktion bis auf Weiteres zu übernehmen. Heß wird sich zusätzlich um die Öffentlichkeitsarbeit kümmern. Vorstandswahlen stehen erst in zwei Jahren wieder an. Der aktuell 54 Mitglieder zählende Verein veranstaltet unter anderem Vorträge und Börsen. In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen werden in Deutschland und Tschechien Ausstellungen besucht, Ausflüge in Mineralien-Suchgebiete und Gruben unternommen. Ausklingen lassen die Vogtländer das Jahr traditionell bei einer Mettenschicht.

Vorschläge für kommende Touren, an denen auch Nicht-Mitglieder teilnehmen können, gab es bei der Versammlung einige. Das erste Juniwochenende fasste der Verein für einen Schneeberg-Besuch ins Auge. "Dort hat ein Verein angefangen, ein altes Bergwerk wieder einzurichten", berichtete Alfred Heß. Bis zu einem gewissen Teil sei auch das Befahren der Grube möglich. Ob sich die Tour mit dem Sammeln von Mineralien kombinieren lässt, konnte er noch nicht sagen. "Im Bereich Schneeberg ist das etwas schwierig, weil alles geschützt ist." Andere in der großen Runde schlugen vor, die Alaunbergwerke in Plauen und Mühlwand zu besuchen, möglicherweise auch Johanngeorgenstadt.

Für die Freunde der Mineralogie und Geologie könnte es demnächst leichter werden, ihre Schätze zu dokumentieren. Eric Sieg, mit 31 Jahren Jüngster im Boot, entwickelte ein entsprechendes Katalog-Programm und stellte es zur Sitzung in groben Zügen vor. Nach fast einem Jahr Tüftel-Zeit neben der Arbeit ist die Datenbank für Sammler jetzt einsatzfähig. Sie ermöglicht es ihren Nutzern, bebilderte Beschreibungen von Mineralien einzustellen und den Bestand somit übersichtlicher zu gestalten. "Jedes Mitglied hat ungefähr 2000 bis 3000 Mineralien", schätzte der in Pausa aufgewachsene Wahl-Chemnitzer.

Komplett kostenlos wird und kann Eric Sieg sein Produkt eigenen Worten zufolge nicht unter die Leute bringen. 300 Stunden hat er investiert - bis jetzt. Die Datenbank orientiert sich am aktuellen Technik-Stand und bekommt noch etliche Zusatzfunktionen. "Später kann sie auch mal auf dem Handy laufen", sagte der Software-Ingenieur.

Im Verein fand das Angebot zunächst ein geteiltes Echo. Manche sind weit über 70 Jahre alt, einige noch älter. Andere würden sich gerne mit dem Programm anfreunden. "Wir haben uns noch nie darüber unterhalten, in welcher Form wir unsere Mineralien katalogisieren könnten", sagte Vereinschef Heß. Er katalogisiert per Tabellenkalkulation. "Bis vor fünf Jahren hatte ich ein Zettelsystem. Damit kann man aber manches nicht mehr zuordnen." Beim nächsten Treffen will Eric Sieg seine Neuentwicklung im Verein demonstrieren.

www.mineralogieverein- auerbach.de

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