Vereinstreffen: Miteinander sprechen statt übereinander

Der neu aufgestellte Falkensteiner Gewerbeverein Blauer Punkt hatte eingeladen. Bei der Zusammenkunft ist vor allem eins klar geworden: Man muss sich erst mal gegenseitig richtig kennen lernen.

Falkenstein.

Die Sorgen sind seit Jahren die gleichen: Wie kommen Vereine an mehr Mitglieder? Auf dem Weg zur Problemlösung sind der neu formierte Vorstand des Falkensteiner Gewerbevereins Blauer Punkt und eingeladene Vereine bei einem Treffen im Hotel Falkenstein am Dienstag ein kleines Stück vorangekommen. Acht hatten ihre Vertreter geschickt. Am Ende saßen 15 Ehrenamtliche zusammen. Man will künftig miteinander statt übereinander reden, so der Tenor. Die kleine Runde sollte den Auftakt dafür bilden.

Nicht nur die Einladung fand Anklang. Möglicherweise werden ab jetzt einmal pro Jahr Vorsitzende sämtlicher Vereine in Falkenstein und den Ortsteilen an einem Tisch diskutieren. Diese Anregung brachte André Steiniger, Vizechef des Blauen Punktes, aus dem heimatlichen Grünbach mit. Dort gibt es einen gestandenen Gewerbeverein, dessen Betriebsamkeit seiner Meinung nach als Vorbild dienen könnte. Für den Vorschlag erntete er spontan Zustimmung.

Positiv wurde auch die Empfehlung aufgenommen, das Falkensteiner Stadtparkfest mit einem Tag der Vereine zu koppeln. Man ist sich einig: Das dort vorhandene Potenzial müsse besser genutzt werden. Das heißt: Bei solchen Festen sind ohnehin eine Reihe von Vereinen an Ort und Stelle. Es sei aber noch Luft nach oben. Gleiches gilt für das Schlauchziehen der Feuerwehr am Folgetag, einem Samstag. Dort könnten sich in Zukunft mehr Vereine als bisher präsentieren, hieß es aus dem Gewerbeverein.

"Viele wissen gar nicht, was es in Falkenstein alles gibt", ist Viola Renger vom Begegnungszentrum Vitamin B überzeugt. Das wurde bei der Sitzung deutlich: Als von über 70ortsansässigen Vereinen die Rede war, staunten manche regelrecht. Renger meinte deshalb, dass eine Vereinsbörse der Stadt, ihren Einwohnern und den Akteuren gut täte. Auch, um sich (zurück) ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rufen. Das sei dringend nötig, meinte Katrin Feustel von der Spielvereinigung Grünbach-Falkenstein. Ihr Verein werde in der Bevölkerung so gut wie gar nicht wahrgenommen, klagte sie. "Es gibt kaum Zuschauer, und das finde ich traurig. Dabei macht der Verein so viel. Wir haben acht Jugendmannschaften und über 200 Mitglieder." Genau darin liege das Problem, hakte Gewerbevereinschefin Korinna Ernst ein. "Was ihr alle macht, muss mehr nach außen getragen werden."

Im September war an die Stelle des alten Gewerbevereinsvorstandes ein neuer, aktiver gerückt. An die Versammlung Gewerbetreibender ein halbes Jahr zuvor erinnerte sich Katja Peterfi vom Sozialen Verein zur Unterstützung und Förderung von Kindern und Jugendlichen Falkenstein (Sofa) mit gemischten Gefühlen. Zwar seien etliche da gewesen, sagte sie. "Es war aber total schwierig, Gemeinsamkeiten zu finden. Ein stückweit hat die Aktion gefehlt. Alle haben Sorgen und Nöte, aber jeder kämpft für sich." Wie Katja Peterfi begrüßte auch Bürgermeister Marco Siegemund (CDU) die Entschlossenheit des neuen Vorstandes: "Es braucht jemanden, der gewisse Dinge zusammenführt", so der Bürgermeister.

Service Am 20. März, 19 Uhr lädt der Gewerbeverein Blauer Punkt Firmenvertreter zum Austausch ins Hotel Falkenstein ein.

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