Verkehrsverbund sucht seinen Nachwuchs bei der Parkbahn

Eine Vereinbarung regelt jetzt die Zusammenarbeit mit der Freizeitanlage im Syratal. Für die Zukunft gibt es weitere Pläne.

Plauen/Auerbach.

Fragt man junge Parkeisenbahner von der Freizeitanlage Syratal in Plauen nach ihren Berufswünschen, bekommt man nicht selten "Lokführer" oder "Eisenbahner" zu hören. In 60 Jahren Parkeisenbahn hat es mancher kleine Junge vom Bahnhof Hainstraße tatsächlich in den Führerstand großer Diesel- oder E-Loks geschafft, wie man im neuen Buch zum runden Geburtstag der Schmalspurbahn nachlesen kann. Aber es gibt auch ähnliche Berufswünsche, die dem Verkehrsverbund Vogtland (VVV) aus Auerbach gerade recht kommen könnten.

Der VVV bemüht sich seit vorigem Jahr auch auf der Freizeitanlage um Fahrgäste und um künftiges Personal. Dazu wurde eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit zwischen Betreiber Michael Hochmuth und dem Verkehrsbund abgeschlossen. "Wir müssen die Kinder hier abholen", sagte die Leiterin Kommunikation, Marketing und Vertrieb, Kerstin Büttner, jetzt am Rande einer kleinen Ehrung für die ehrenamtlichen Parkeisenbahner. Der Nachwuchs solle möglichst oft den Bus und die Bahn nutzen und frühzeitig damit vertraut gemacht werden. Deshalb bekamen alle 16 Helfer im Alter von meist zehn bis 16 Jahren ein Egronet-Ticket für fünf Personen, also für die ganze Familie, im Wert von 44 Euro, und dazu noch einen Rucksack mit Stiften, Kofferanhängern und anderen kleineren Geschenken als Dankeschön für ihren Einsatz bei der Parkeisenbahn. Mit dem Ticket lässt es sich einen Tag lang zwischen Gera, Bayreuth, Cheb und Zwickau hin und her fahren.


Die Parkeisenbahner knipsen die Fahrkarten, geben das Abfahrtssignal, sitzen als Zugbegleiter im hintersten Wagen und achten natürlich vorher darauf, dass die Wagen vor der Abfahrt mit einer Kette geschlossen wurden. Vorige Woche waren die elfjährigen Armin Schneider, Lenny Glück und der 13-jährige Lukas Neidhardt im Dienst. "Ich bin mit der Oma oft hier gewesen", berichtete Armin Schneider, wie er vor einem Jahr zur Parkeisenbahn gekommen ist. "Die machen einen coolen Job hier", meinte der Schüler.

Lukas Neidhardt ist schon drei Jahre dabei. Er mag die Abwechslung. Jeden Tag kommen andere Besuchergruppen: "Wir hatten erst eine Abschlussfeier hier", erinnerte er sich. Auch Hortgruppen sind vor kurzem da gewesen. So etwas gefällt ihm. In den Ferien ist der Plauener fast jeden Tag auf der Anlage im Syratal. Wenn er Schule hat, geht das nicht so oft. Lokführer will Lukas nicht werden. Aber als Busfahrer würde er schon gerne im Vogtland arbeiten. Und wenn er mal Kinder hat, dann würde er mit denen sicher auch zur Parkeisenbahn gehen, ließ er noch wissen. Seine Eltern seien als Kinder auch an der Hainstraße gewesen.

Jungen wie Lukas Neidhardt und seine Mitstreiter hat Sebastian Eßbach im Blick, wenn er für nächstes Jahr eine Einladung in den Betriebshof der Vogtlandbahn nach Neumark ausspricht. Die Kinder und Jugendlichen sollen dort einen Blick hinter die Kulissen der Vogtlandbahn werfen können, verspricht der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Vogtland. Damit auf der Freizeitanlage alle Besucher vom Einsatz des Verkehrsverbundes an der Hainstraße erfahren, wirbt dieser mit einer Anzeige auf 30.000 verteilten Faltblättern. Der Verbund und die Freizeitanlage wollen ihre Zusammenarbeit fortsetzen und weiter ausbauen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...