Vogtländische Imker ernten ersten Honig früher als sonst

Mit zwei Wochen Vorsprung begann die Honigernte in der Region. In einigen Imkereien haben die Bienen ihre Waben schon im April gefüllt. Das ging aber so nicht weiter.

Reichenbach/Plauen.

Nicht alle, aber einige Imker des Vogtlandes konnten in diesem Jahr den ersten Honig schon Anfang Mai und damit etwa 14 Tage eher schleudern als in anderen Jahren. Die Erntemengen sind allerdings gering, denn nach den ersten warmen Wochen kam ein Kälteeinbruch, der die Bienen im Stock bleiben ließ.

Zu den Imkern, die schon reifen Honig aus den Waben holten, gehört Ludwig Düntsch aus Jößnitz: "Am zweiten Mai habe ich geschleudert, aber nur acht Waben von neun Völkern, also eine kleine Menge. Die Waben waren aber verdeckelt, der Honig reif. Das ist wichtig, denn unreifer Honig beginnt zu gären und ist dann nicht mehr zu verwenden." Er ist Freizeitimker. Von reifem Honig spreche der Imker, wenn der Wassergehalt im Honig auf unter 18 Prozent gesunken sei. "Wenn die Bienen den Nektar eintragen, enthält der Honig anfangs bis zu 30 Prozent Feuchtigkeit und mehr", erklärt Düntsch. Nach und nach verdunste das Wasser. Zu den ersten Blüten, die Düntschs Bienen angeflogen sind, zählen unter anderem Weiden, Obstbäume, Ahorn und auch Stachelbeere.


Auch Imker Frank Heckers aus Oelsnitz war kürzlich erstaunt über eine erste zeitige Honigernte in den letzten Apriltagen. Schlehen, Obstblüten und Löwenzahn flogen Heckers Bienen im Laufe des Aprils an. "Gewöhnlicherweise schleudere ich Mitte Mai das erste Mal, manchmal auch erst Ende Mai", berichtet der Berufsimker. Heiko Wild, Vorstandsmitglied im Imkerverein Plauen, ist auch aufgefallen, dass die Bienen ihre Waben schon ungewöhnlich zeitig verdeckelt haben, was auf eine bald beginnende Ernte hindeutet. "Mein Honig war aber noch nicht reif genug. Ich hatte auch schon begonnen, alle Utensilien bereitzustellen, damit es losgehen kann. Ein, zwei Tage wollte ich noch warten, dann kam der Kälteeinbruch. Da habe ich vom Schleudern erst mal Abstand genommen", berichtet Wild.

Berufsimker, die Sortenhonige ernten wollen, bauen kleinere Honigräume ein, "die sind schneller voll und trocknen auch schneller", so Wild weiter. Für den Hobbyimker Wild ist der nun doch eingetretene Zeitverzug nicht weiter schlimm. "Ich bin mit dem Verlauf des Jahres trotzdem zufrieden. Die Bienen sind sogar schon im Februar geflogen." Die Honigsammler seien zudem gut über den Winter gekommen. "Ich habe starke und gesunde Völker. Das Jahr ging also richtig gut los", freut sich Imker Wild.

Hellmut Naderer, Hobbyimker aus Oelsnitz, hat auch schon einen Blick in seinen Bienenstock geworfen. Bei ihm dauert es mit der Ernte noch ein wenig. "Jetzt ist es wieder so kalt, da fliegen die Bienen überhaupt nicht. Sobald es wärmer wird, können die Bienen die Ostblüten und den Raps anfliegen." Naderer produziert keine Sortenhonige. Sein erster Honig heißt Frühjahrsblüte. Das ist dann eine Mischung verschiedener Nektare.

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