Vogtländische SPD läutet einen Generationswechsel ein

Wahlkonferenz in Beerheide: Lutz Kätzel als Landratskandidat bestätigt

Beerheide. Mit einem Wahlmarathon haben die vogtländischen Sozialdemokraten am Samstag den Wahlkampf für die Kommunalwahlen im Juni eingeläutet. Die 42 Delegierten der Kreiswahlkonferenz schickten dabei nicht nur den vom SPD-Unterbezirksparteitag vorgeschlagenen Lutz Kätzel als Mann für den Chefsessel im Landratsamt offiziell ins Rennen, sondern formierten auch die Mannschaft für den neuen Kreistag. 70 Frauen und Männer konnten in elf vogtländischen Wahlkreisen, darunter drei in Plauen, gewonnen werden. Viele neue, jüngere Gesichter sind dabei.

Während die Wahl von Lutz Kätzel nur eine Formfrage darstellte, gab es bei der Besetzung der begehrten ersten Wahlkreis-Listenplätze Diskussionsbedarf. Zwei Wahlkreise standen im Blickpunkt, darunter Wahlkreis 1 (Weischlitz, Burgstein, Mühltroff) und Wahlkreis 6 (Rodewisch, Steinberg, Lengenfeld). In letzterem soll nun Steffen Rauchfuß aus Mühltroff für die SPD die Kohlen aus dem Feuer holen. Der eifrige 19-jährige Nachwuchspolitiker gehört zudem zu den Organisatoren des Wahlkampfes im Vogtland.

Während er Kompetenz in der Sacharbeit noch beweisen muss, hat sich ein anderer auf diesem Gebiet über viele Jahre für die SPD verdient gemacht: der parteilose Peter Forbrig aus Weischlitz. Der ehemalige Hauptbuchhalter stand bisher dem Finanzausschuss im Kreistag vor und sei in dieser Funktion für die SPD von enormer Bedeutung, warb Kreistag-Fraktionschef Franz Hornung aus Auerbach, ihn statt auf den angedachten Listenplatz 3 doch noch auf die Position 1 zu setzen. Kätzel hielt entgegen, die Kommunikation mit Forbrig sei nicht die Beste gewesen, auch finanziellen Sonderbeiträgen für die Partei habe er sich entzogen. Zudem habe man in dem Wahlkreis mit Christoph Stölzel einen Mann, der durch sein großes Engagement "ein schwarzes Gebiet" erobert habe. Der neue Eichigter Bürgermeister und Antje Wagner aus Pausa wurden so vor Forbrig auf die Liste gesetzt. "Ich bin enttäuscht", sagte Forbrig.


Das mit dem Votum verbundene Signal ist eindeutig: Die SPD, im Altersdurchschnitt älteste Fraktion im Kreistag, will den Generationswechsel. Man habe bewusst jüngere Leute auf vordere Listenplätze gesetzt, sagte Kätzel. Beispiele sind Kay Burmeister aus Adorf im Wahlkreis 3 und Benjamin Zabel, Vorsitzender der Jusos im Vogtland, der im Wahlkreis 9 (Plauen) einen so gestandenen Kommunalpolitiker wie Bernd Stubenrauch hinter sich lässt. Die SPD sieht sich gut aufgestellt. Daran ließ in Beerheide niemand einen Zweifel aufkommen. Einen Seitenhieb auf die politischen Gegner konnte sich Lutz Kätzel nicht verkneifen. Er sprach vom Landrat, der mit einem Wendedenkmal für Plauen bereits Wahlkampfgeschenke verteile. Vor allem stichelte er gegen die Linkspartei, die mit Monika Runge eine Landratskandidatin aus Leipzig aufstellen will. "Da gibt es offensichtlich einen großen Personalnotstand", so Kätzel. (tb)

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