Vogtländischer Extrem-Radler peilt Istanbul an

Am kommenden Montag geht Andreas Krauß wieder auf Tour: Innerhalb eines Monats will er die Türkei erreichen.

Auerbach.

Zu DDR-Zeiten machte Andreas Krauß in Ungarn Urlaub, und las dort Werbung für "Istanbul - die Perle des Orients", die damals unerreichbar schien. Jetzt, über 30 Jahre später, will der inzwischen 68-Jährige das Traumziel von damals ansteuern. Natürlich per Fahrrad, wie es sich für den agilen Auerbacher gehört, den der Ruhestand keineswegs ruhig gemacht hat. Er radelte bereits quer durch Europa und in Südostasien am Mekong entlang, zuletzt umrundete er Kuba. "Istanbul ist auch ein schönes Ziel, weil ich versuche, Berge so weit wie möglich zu vermeiden", sagt Krauß.

"Denn so kann ich den größten Teil der Strecke an der Donau entlang fahren." Normalerweise müsste er zudem auf dem größten Teil der Strecke Rückenwind haben. Ein weiterer Grund ist für ihn, die berühmte Balkanroute kennenzulernen, über die so viele Menschen nach Deutschland kamen. "Es sollen da noch viele in Lagern an den Grenzen feststecken, vielleicht sehe ich da etwas von diesen Leuten, die sich so nach unserer Freiheit sehnen."


Vom Vogtland bis zum Bosporus sind es rund 2500 Kilometer, die Krauß in 30 Tagen absolvieren möchte. Start ist am kommenden Montag. Der Auerbacher geht wieder allein auf Tour. Zuletzt war er mit jüngeren Mitstreitern gefahren, was sich nicht immer als günstig für ihn erwies. "Ich habe mein Zelt dabei, darin werde ich übernachten - außer, wenn es tagelang regnen sollte, dann wechsele ich ins Hotel."

Im Laufe der Tour will Krauß außer Deutschland insgesamt zehn Länder bereisen, nämlich Tschechien, Österreich, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Griechenland und schließlich die Türkei."Vor den Menschen habe ich keine Angst, da gibt es überall solche und solche, und die meisten in den Balkanländern sollen sehr gastfreundlich sein", meint Krauß. Sorgen bereiten ihm allerdings die großen Rudel von freilaufenden wilden Hunden, über die er in entsprechenden Foren gelesen hat: "Da kommen dann oft gleich zehn bis zwanzig Stück." Um sich vor denen zu schützen, hat er diesmal auch Pfefferspray dabei.

In Istanbul will der Auerbacher sein Zelt auf einem Campingplatz aufschlagen und die Stadt erkunden. Dann ist es für ihn die große Herausforderung, das Fahrrad für den Rückflug in die Heimat "flugtauglich" verstaut zu bekommen.

Ein Manko für die diesjährige Tour ist die Tatsache, dass das Wetter bisher fürs Training oft schlecht geeignet war. "Ich hoffe, dass wenigstens noch ein paar schöne Tage kommen, bevor es losgeht", meint Andreas Krauß.

Und nicht nur er hofft, dass die Tour diesmal besser über die Bühne geht als der letzte Trip rund um Kuba. Damals war er etwa die Hälfte der Reise über krank und verlor am Ende zehn Kilo Körpergewicht.

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