Vogtlandnetz 2019+ startet ohne neuen Busbahnhof in Rodewisch

Barrierefrei und modern - so soll sich die Umstiegsstelle im Göltzschtal Passagieren präsentieren. Doch derzeit ist unklar, was aus den Plänen wird.

Rodewisch.

Keine drei Monate mehr, dann sollen Busse im Vogtland nach einem neuen Fahrplan rollen: Mehr Verbindungen auch an Wochenenden und zu später Stunde, zu festen Abfahrtszeiten und mit besseren Anschlussmöglichkeiten - das ist die Rezeptur für das Vogtlandnetz 2019+. Doch an einer entscheidenden Stelle kommt das ambitionierte Konzept für einen attraktiveren Nahverkehr nicht voran: Sowohl der Busbahnhof Rodewisch als auch der neue Verkehrshof an der B 94 werden bis zum Fahrplanwechsel am 13. Oktober nicht fertig sein.

Dass der Umbau des aus den 1980er-Jahren stammenden Busbahnhofes bis zum Fahrplanwechsel nicht zu stemmen sein wird, war allen Beteiligten von Anfang an klar. Doch man wollte bis dahin wenigstens den Tiefbau erledigt haben, Anfang des Jahres erfolgte die Ausschreibung - die inzwischen aber aufgehoben werden musste. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), das den Großteil der auf 1,5 Millionen Euro veranschlagten Kosten für den Umbau beisteuern soll, findet die Planungen für den Busbahnhof überdimensioniert, berichtet Rodewischs Bürgermeisterin Kerstin Schöniger (CDU) aus ihren Gesprächen in Dresden. Dabei war im Grundsatzbeschluss zum Umbau noch von weit höheren Kosten ausgegangen worden: knapp 1,9 Millionen Euro. "Wir haben nach den Anforderungen des ÖPNV-Zweckverbandes planen lassen. Das sind die Fachleute", sagt Schöniger.


Der ÖPNV in Auerbach bleibt bei seinen Anforderungen: "Ein Abspecken kann sich aus unserer Sicht nicht auf die verkehrsnotwendigen Anlagen mit acht Bussteigen beziehen", erklärt Pressesprecherin Kerstin Büttner. Und: Statt der aktuell sechs Bussteige benötige man nicht nur die im Umbauplan enthaltenen acht, sondern sogar zehn Bussteige. Bislang sehen die Pläne vor, die bestehenden sechs überdachten Bussteige durch einen zentralen Umsteigebereich mit acht Busstellplätzen zu ersetzen. Das Ziel: Kurze Wege ohne Barrieren für die Fahrgäste.

Bürgermeisterin Schöniger will daran festhalten. "Der Busbahnhof muss zweckmäßig sein, sollte aber auch städtebauliche Anforderungen erfüllen" formuliert sie ihren Anspruch, es nicht beim aktuellen Zustand zu belassen.

Gleichwohl läuft es darauf hinaus, dass das neue Vogtlandnetz beim Status quo auf dem Busbahnhof startet. "Das wird ein Test, bei dem wir und der Verkehrsverbund Erfahrungen sammeln können", blickt Schöniger voraus und nennt ihren neuen Zeitplan: 2019 Start des Vogtlandnetzes, 2020 Überarbeiten der Planung, 2020/21 Umbau des Busbahnhofes. Dass die Stadt bereits viel Geld für Planung ausgegeben haben, sei zu verschmerzen. "Die grundlegenden Untersuchungen liegen ja vor. Es geht nun darum, die vorliegenden Pläne zu überarbeiten. Da rechnen wir auch mit Entgegenkommen des Planungsbüros."

Unterdessen bekommt der künftige Verkehrshof am Ortsausgang Rodewisch in Richtung Lengenfeld erste Konturen. Im neuen Gewerbegebiet an der B 94 investiert das Unternehmen Nutzfahrzeug Service Reiher aus Plauen in eine Station zur Wartung und Reparatur von Bussen und Nutzfahrzeugen. In der Servicestation mit Tankstelle, Werkstatt und über 40 Fahrzeug-Stellplätzen sollen acht Mitarbeiter beschäftigt werden. Die Fertigstellung sei für 2020 geplant, so Geschäftsführer Gunter Reiher. Derzeit läuft der Tiefbau, damit zum Fahrplanwechsel im Herbst zumindest Busstellplätze zur Verfügung stehen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...