Vom Organisator zum Teilnehmer

350 Teilnehmer hat das Absolvententreffen des Goethe-Gymnasium Auerbach in Wernesgrün vereint. Inzwischen feiern die Erfinder mit.

Wernesgrün.

Weit sind Hendrik Mothes und Stefan Rutsch seit ihrem Abschluss 2003 am Auerbacher Goethe-Gymnasium in der Welt herumgekommen. Jetzt nahmen sie sich wieder mal Zeit für die alte Heimat. Zusammen mit etwa 350 anderen Ehemaligen erschienen die jungen Männer zum 7. Absolvententreffen ihres Gymnasiums und der früheren Erweiterten Oberschule (EOS) am Samstag in der Wernesgrüner Biertenne.

Hendrik Mothes studierte in Dresden Psychologie und promovierte in Freiburg. Er gehörte wenige Monate vor seinem Abitur zu den Organisatoren des ersten Absolvententreffens. Inzwischen wird für jede der alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltungen eigens eine Schülerfirma gegründet. Während seines Auslandssemesters an der Universität Harvard vor zehn Jahren legte Mothes den Grundstein für ein Berufsbildungsangebot, von dem ganze Auerbacher Abiturienten-Jahrgänge seither profitieren: Beim Mentoringtag berichten Ehemalige aus ihrem Berufsleben und kommen mit Oberstufenschülern ins Gespräch.

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"In Harvard habe ich ein solches Mentoring zum ersten Mal erlebt", sagte Hendrik Mothes und fand die Idee damals importierenswert. Im angelsächsischen Raum sei es verbreitet, dass Absolventen auf diese Weise etwas für Schüler tun. Bei Mathelehrer Dietmar Schneider stieß er damit auf offene Ohren. Schneider gehört zu den Hauptorganisatoren der Treffen und tags zuvor angebotenen Mentoringtages. "Mir ist die Entscheidung bei der Studienwahl schwer gefallen", blickte Mothes zurück. "Unterstützung hatten wir wenig." Inzwischen mischen sich der 34-Jährige und sein einstiger Klassenkamerad Stefan Rutsch oft selbst unter die Mentoren.

Heute lebt Hendrik Mothes in Dresden. Wenn er an die Schulzeit zurückdenkt, fällt ihm zuerst sein Lateinlehrer ein. "Unser Herr Kühn war immer unterhaltsam. Mit seiner positiven Ausstrahlung ist er ein Vorbild für mich geworden." Stefan Rutsch konnte das ohne Einwand unterschreiben. Auch er hat eine Leidenschaft für Fremdsprachen entwickelt. Rutsch studierte Finanzwirtschaft in Bamberg und reiste aus Bonn an. Sein Arbeitgeber ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Angehenden Absolventen erzählte der junge Mann als Mentor am Freitag auch, was er bislang auf sportlichem Gebiet machte: 2012 gehörte Stefan Rutsch zum Ausrichterteam der Fußball-Europameisterschaft und sorgte bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi mit dafür, dass sich die Piste im Top-Zustand befand. Mitgebracht habe er viele Freundschaften und interkulturelles Verständnis, sagte Rutsch. "Man erkennt den Wert von Fremdsprachen und bekommt ein besseres Bild von der Welt."

Für Mathelehrer Dietmar Schneider und die Schülerfirma ging die Rechnung am Samstag auf: Vorsichtshalber hatte das siebenköpfige Team 384 Sitzplätze in der Biertenne hergerichtet. Denn mit Spätentschlossenen bekamen sie es auch zu tun. Schneider: "Der letzte hat sich am Samstag, 16.30 Uhr angemeldet."

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