Vor Gericht wegen Angriff auf Polizisten

Ein Auerbacher flippte im Verlauf eines Beziehungsstreits mehrfach aus und soll dabei auch auf Beamte losgegangen sein. Seine aggressiven Ausbrüche treffen immer wieder auch Unbeteiligte.

Auerbach.

Besonders für die beiden Kinder müssen es furchtbare Minuten gewesen sein, als ein 38-jähriger Auerbacher im Januar in wilder Wut den verriegelten Mercedes attackierte, in dem sie saßen. "Er hat versucht, die Scheiben einzuschlagen", berichtete der Fahrer am Mittwoch als Zeuge vor dem Amtsgericht Auerbach. Mit Fäusten und Füßen traktierte der Aggressor demnach den parkenden Wagen, trat Dellen in die Türen und schrie dabei: "Gib mir meine Kinder!" Dabei hatte er gerade erfahren, dass eines der Kinder gar nicht von ihm war, sondern von besagtem Mann hinterm Steuer - die Frucht eines "Techtelmechtels" mit der Freundin des Wüterichs. Knapp 3000 Euro Schaden hinterließ die Attacke am Blech, gestoppt wurde sie von der Polizei. Vor deren Revier hatte der Mercedesfahrer in weiser Voraussicht geparkt.

Kurz vorher hatte der 38-Jährige bereits an seiner Wohnungstür Kontakt mit der Polizei. Nachdem seine Freundin ihm den folgenreichen Fehltritt beichtete, flippte er aus. Als die Polizei kam, beleidigte er die Beamten laut Anklage als "Lappen" und "Gesocks", versuchte sie zu treten und ging auf sie los, bis er zu Boden gebracht wurde.

Seine Freundin nahm den Angeklagten vor Gericht in Schutz: Sie sei mit ihrem Seitensprung daran schuld, dass er so die Beherrschung verlor. Und ganz sicher habe er den Polizisten nicht weh tun wollen. "Was Ihr Freund wollte, das können Sie nicht wissen", widersprach Richter Stefan Schubert.

Offenbar rastet der 38-Jährige öfters aus, und dabei vergreift er sich gern an fremden Autos: Er war einer der beiden Betrunkenen, die im Juli 2019 den Skoda eines Rentnerpaars auf der Plauenschen Straße im Auerbacher Zentrum attackierte. Sie hatten dem Skoda den Weg verstellt und anschließend Spiegel und Motorhaube mit Tritten und Schlägen beschädigt. Dies gab der Angeklagte zu und entschuldigte sich bei dem betroffenen Falkensteiner. Wenig später gab es einen ähnlichen Vorfall unweit der Auerbacher Sparkasse, der demnächst verhandelt werden soll. Dabei gerieten die beiden Trunkenbolde allerdings an den Falschen, es kam zu einer handfesten Auseinandersetzung.

Das Vorstrafen-Register des Mannes wurde diesmal noch nicht verlesen. Laut Staatsanwalt Dietmar Kipry gibt es jedoch etliche Eintragungen, darunter einschlägige wie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung, dazu gefährliche Körperverletzung. "Eine Einstellung des Verfahrens ist mit mir nicht zu machen", so Kipry auf einen dahingehenden Vorschlag der Verteidigung.

Der Prozess soll am 14. Oktober fortgesetzt werden.

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