Vorwärts auf dem Höhenradweg: Geld für zentrales Stück bewilligt

Entlang der Bahnlinie zwischen Richardshöhe und dem Industrie- und Gewerbegebiet wird voraussichtlich noch in diesem Jahr ein asphaltierter Radweg entstehen. Bis von dort nach Rodewisch aus Radler-Sicht alles flutscht, sind aber noch einige Hürden zu nehmen.

Auerbach.

Es sind nur 625 Meter, doch aus Sicht von Knut Kirsten handelt es sich um einen "zentralen Abschnitt" des Höhenradwegs: Die Stadt Auerbach hat grünes Licht für das Stück zwischen Bahnübergang Richardshöhe und Humboldtstraße (Nähe Fußgängerbrücke) im Industrie- und Gewerbegebiet bekommen. "Die Zusage für Fördermittel aus dem Kommunalen Straßenbauprogramm ist da", so Kirsten als zuständiger Fachbereichsleiter. 247.000 Euro sind für das Projekt veranschlagt, davon würde der Freistaat 194.000 übernehmen. "Wir gehen davon aus, dass die Realisierung noch in diesem Jahr möglich ist."

Der neue Weg läuft parallel zur Bahnlinie. Bisher befindet sich dort ein Trampelpfad, der teilweise durch ein Wäldchen führt. Einige Abschnitte sind geschottert, andere kaum passierbar. Als passionierter Radfahrer kennt Kirsten die Strecke: "Manche Stellen sind völlig zugewachsen, einmal bin ich dort schon mit dem Rad eine Böschung hinuntergerutscht und hatte zu tun, dass ich wieder herauskam." Man könne niemandem empfehlen, dort entlang zu radeln, das Umfahren sei jedoch bisher auch kompliziert: "Umso wichtiger ist dieser Weg als Teil der Verbindung von Falkenstein in Richtung Rodewisch." Und das nicht nur für Radfahrer, wie der Fachbereichsleiter betont: "Wir merken immer wieder, dass jedes autofreie Stück Asphalt dafür sorgt, dass sich auch mehr Wanderer, normale Spaziergänger, Familien mit Kinderwagen oder Skateboardfahrer auf den Weg machen - vor allem der Bewegungsdrang der Kinder wird gefördert." Das Thema Sicherheit habe bei Radwegen extrem hohe Bedeutung, deshalb würden solche neuen Wege abseits des normalen Verkehrs benötigt.


Allerdings geht es nach Ende der Neubaustrecke zunächst doch wieder auf bestehenden Straßen weiter. Die künftige Route durchs Gewerbegebiet Richtung Hauptstraße ist noch nicht klar, zum Teil wird wohl auch künftig auf vorhandenen Straßen geradelt. Von der Rebesgrüner Hauptstraße folgt dann ein Ausbau zur Lessingstraße, wo bislang ebenfalls nur ein Trampelpfad existiert. Anschließend geht es weiter zur Eicher Spange. Deren Überquerung ist laut Kirsten eines der größten Probleme: "Da wird eine Querungshilfe benötigt, am besten eine Verkehrsinsel." Aus seiner Sicht ist zudem auf dem betreffenden Abschnitt eine Reduzierung des Tempos auf 50 erforderlich. Die werde vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) aber bisher abgelehnt, weil man den Autoverkehr nicht zu stark bremsen wolle. Jenseits der Spange besteht im Bereich der Trollschänke Anschluss auf den Göltzschtalradweg, der über Lengenfeld entlang des Flusses bis zur Göltzschtalbrücke bei Mylau führt. Außer dem Höhenweg baut Auerbach auch seinen Weg im Tal aus, der durch die Innenstadt läuft.

Dass in Sachen Radwege in Auerbach Nachholbedarf besteht, hatte zuletzt eine Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs bestätigt. Demnach fühlen sich fast drei Viertel der Umfrage-Teilnehmer gefährdet, wenn sie durch Auerbach radeln. Nur elf Prozent gaben an, als Radfahrer würden sie als gleichwertige Verkehrsteilnehmer akzeptiert. Trotzdem erklärten 62 Prozent, das Radfahren in der Stadt bereite ihnen "grundsätzlich Freude".

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    0
    1960175
    26.04.2019

    Sprecht aber bitte auch mir derNaturschutzvereinigung Grüne Liga. Nicht, dass es wieder eine Klage gibt.



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