Wahlkampfauftakt mit Hallenbad

Finanzierbar oder nicht? Obwohl diese Frage zum Bürgerforum des Bad- fördervereins Auerbach-Brunn offen blieb, befürworteten die meisten Gäste eine ganzjährig nutzbare Einrichtung.

Auerbach.

Der Förderverein Hallen- und Freibad Auerbach-Brunn hofft bei seiner Forderung nach einem Ganzjahresbad auf die Zeit nach der Kommunalwahl. Wie sich bei einem Bürgerforum diese Woche herauskristallisierte, kann er mit den zur Wahl aufgestellten Stadtratskandidaten rechnen. Zumindest mit den sieben, die seine Einladung angenommen hatten. Man kann sich ein solches Bauprojekt vorstellen, verlangt vom Verein aber belastbare Zahlen.

Friederike Köhler (Freie Wähler) ließ noch Zweifel an der Wirtschaftlichkeit erkennen. Sie will sich erst dann eine Meinung bilden, wenn ihr Angaben zu Kosten, prognostizierten Einnahmen und Fördermöglichkeiten vorliegen. An der Stelle meldete sich Wolfgang Thieme. Ein Ganzjahresbad gehöre zur Lebensqualität, entgegnete der Rebesgrüner. "Man kann da nicht vor Wirtschaftlichkeit sprechen und auch nichts verdienen."


Volker Mieth, Fraktionsvorsitzender der Linken im Stadtrat und Fördervereinschef, sprach von "berechtigten Bedenken". Es sei aber auch notwendig, sich mit dem Thema befassen, fand er. Außerdem müsse sich die Stadtverwaltung öffentlich zu einem Ganzjahresband bekennen. Seine Fraktionskollegin Mandy Richter vertritt eine ähnliche Position. "Wir werden nicht umhinkommen, dass die Stadt finanziell belastet wird", ist sie überzeugt.

Auerbachs Oberbürgermeister Manfred Deckert (parteilos) zweifelte in mehrfacher Hinsicht an der Realisierbarkeit. In der Vergangenheit sei das Brunner Hallenbad schon einmal an enormen Betriebskosten gescheitert, gab er zu bedenken. "So etwas muss sehr gut überlegt werden." Obendrein kann er sich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass ein Verein als Betreiber fungiert.

Tatsächlich favorisiert der Förderverein, die Leitung mit hauptamtlichem Vorstand in die eigenen Hände zu nehmen. Das hält auch Friedrich Fuchs (SPD) für unrealistisch. "Das Geld fehlt dann woanders", verwies er obendrein darauf, dass Auerbach für ein Bad woanders Abstriche machen müsse. "Momentan ist dafür kein Geld da", so seine Aussage. Ulrich Mikulczak vom Vereinsvorstand verwies auf "belastbare Zahlen" im Konzept und auf Erfolgsbeispiele zweier vergleichbarer sächsischer Bädern.

Manche Forumsgäste erinnerten die Stadt an ihren Anspruch, familienfreundlich zu sein. Mit dem Bad ergebe sich eine weitere Möglichkeit, diese Ambition in die Tat umzusetzen, sagte Frank Schröter (AfD).

Ganz pragmatisch denkt Dietmar Kipry von der Wasserwacht Brunn. Während der kalten Monate muss er mit seinen freiwilligen Rettern in der Dorfstädter BG-Klinik trainieren. Gerne würde er bei Schwimmkursen für die Öffentlichkeit flexibler reagieren können. "Die Kurse sind jedes Jahr ausgebucht, wir müssen immer wieder Leute ablehnen", berichtete er. Allerdings müsse der politische Wille da sein, betonte Kipry. CDU-Stadtrat Joachim Otto sieht das genauso. "Wir müssen eine neue Qualität des sich Aussprechens finden", sagte er.

Karsten Jungnickel (CDU) und Mandy Richter forderten, Rodewisch, Ellefeld und Falkenstein ins Boot zu holen. Es gäbe sehr intensive Gespräche, sagte Manfred Deckert. Aber auch eigene finanzielle Verpflichtungen. Und offensichtlich abschreckende Tatsachen: Ein Nichtschwimmerbecken fehlt, außerdem ist die Badtechnik 25 Jahre alt.

Vom Förderverein vorgelegte Zahlen Kosten Ersatzneubau: rund 4 Millionen Euro; Stadtzuschuss: etwa 200.000 Euro; Sportförderung: 50 Prozent möglich; Gäste-Prognose: 65.000 pro Jahr; Baustart: 2023.

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