Waldbad: 1700 Unterschriften für Ausbau - Stadt weiter dagegen

Die Analysen der Befürworter von CDU, Linken und Förderverein seien falsch, heißt es im Rathaus und man präsentiert eine eigene. Parallel hat OB Deckert nun eine Petition auf dem Tisch.

Auerbach.

Das Brunner Waldbad - es existiert seit 1925. Zahlreiche historische Postkartenmotive bilden seine Geschichte ab. Zum Beispiel, dass der heute denkmalgeschützte Zehn-Meter-Sprungturm einen hölzernen Vorgänger hatte. Doch nachdem das Bad in den 90er-Jahren zum Allwetterbad umgebaut und damit aufgrund statischer Mängel wenige Jahre später zur Investruine wurde, ging es schrittweise abwärts mit der inzwischen bis auf Sprungbecken und Sauna stillgelegten Anlage. Seither wird in Auerbach darüber gestritten, ob sie erhalten werden, wieder ausgebaut oder abgeschrieben werden soll. Am Montag entscheidet der Stadtrat ein weiteres Mal darüber. Seit Donnerstag liegen der Stadtverwaltung fast 1700 Unterschriften pro Erhalt vor.

"Die Bürgerinnen und Bürger fordern eine Änderung des Badkonzeptes der Stadt Auerbach, um im schon vorhandenen Waldbad Brunn ein Ganzjahresbad zu errichten", so Mandy Richter, die die Petition stellvertretend dem zuständigen Fachbereichsleiter und OB-Stellvertreter, Knut Kirsten, übergeben hat. Stadtsprecher Hagen Hartwig bestätigt den Erhalt der Petition. Sie werde nun geprüft, ergänzt er.

Damit unterstützen die Unterzeichnenden den Antrag der beiden Fraktionen CDU und Linke im Stadtrat, über den am Montag entschieden werden soll. CDU, Linke, die fast 1700 Unterzeichner der Petition und der Förderverein Waldbad Brunn fordern, dass das kommunale Badkonzept so geändert wird, dass das Waldbad Brunn wieder zu einem Ganzjahresbad ausgebaut werden kann. Ob die marode Halle saniert oder eine neue gebaut werden muss, das solle eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aller Stadtratsfraktionen erarbeiten, so der Vorschlag der Fraktionsvorsitzenden Joachim Otto (CDU) und Volker Mieth (Die Linke). Mit mindestens fünf bis sieben Millionen Euro rechnen sie dabei, vorausgesetzt, Fördermittel fließen.

Die Stadtverwaltung Auerbach könne die Zahlen der Befürworter nicht nachvollziehen, teilt sie mit und verweist umgekehrt auf eine eigene Analyse zum Waldbad Brunn aus dem Jahr 2017. Darin kommt eine von der Verwaltung beauftragte Fachfirma zum Schluss, dass die Lage weit außerhalb der Achse Falkenstein/Auerbach/Rodewisch "nicht attraktiv" sei, um eine Stunde schwimmen zu gehen. Zugrunde lag die Frage, ob die marode Schwimmhalle auf dem Areal saniert oder am Standort ersetzt werden solle. Einzig das Freibad könne man erhalten, aber auch dafür seien "erhebliche Investitionen im siebenstelligen Bereich" notwendig. Zudem habe eine Umfrage im Zuge der Stadtentwicklung ergeben, dass zahlreiche Bürger sich eine Schwimmhalle an einem zentralen Standort wünschen.

Die Befürworter sind sich einig: Jeder neue Standort bedeute eine höhere Investition, da im Waldbad Brunn bereits Umkleiden, Duschen, WC, Gaststätte, Zehn-Meter-Turm, Sauna, Parkplätze vorhanden seien.

Der Stadtrat Auerbach tagt am Montag ab 17 Uhr öffentlich in der Schloss-Arena.

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