Waldpädagoge auf Zeit will nach dem Studium vor Schülern stehen

Führungen zu Wolf und Borkenkäfer, Wissensvermittlung und Arbeit im Forst - für Robin Trommler hat sich das freiwillige Jahr im Walderlebnisgarten Eich gelohnt.

Eich.

Auch wenn das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) von Robin Trommler erst Ende August ausläuft: Für den 19-Jährigen steht schon lange fest: "Das FÖJ bei Sachsenforst zu absolvieren und hier im Walderlebnisgarten Eich Besuchergruppen zu betreuen, das war die richtige Entscheidung." Weil der Job ihm Spaß gemacht hat, und weil er in dem Jahr in seinem Berufswunsch bestätigt wurde: Lehrer für Biologie und Sport. Im Herbst will der junge Mann aus Neumark sein Studium in Halle beginnen.

Angesichts seiner guten Erfahrungen rät Robin jungen Leuten, sich für ein FÖJ zu bewerben: "Die Leute beim Forst sind toll. Die Aufgaben sind vielseitig, man wird nicht alleingelassen, bekommt auch Verantwortung übertragen." Begleitende Seminare erleichtern den Einstieg, ermöglichen den Austausch mit anderen FÖJlern und sind von Projektarbeit geprägt.


Bei Robins Projekt für den Forstgarten ging es um den Wolf: "Ein Programm für Schüler ,Dem Wolf auf der Spur', angelegt als dreistündige Führung mit Wissensvermittlung und Strategiespielen. Zum Beispiel wird die Jagd im Rudel, wie sie Wölfe praktizieren, nachgestellt", berichtet Robin über sein Projekt, das er in den zurückliegenden Monaten mehrfach erfolgreich vorstellen konnte. "Der Wolf ist da. Wir sollten lernen damit umzugehen", sagt der angehende Lehrer und hofft, dass er mit seinem Projekt Vorurteile abbauen konnte.

Doch nicht nur sein selbst entwickeltes Wolfs-Programm konnte Robin Trommler im Walderlebnisgarten anwenden, auch bei den klassischen Führungen für Schüler musste er ran. "Das ging gleich zum Start im September 2018 los, da ist ja noch Saison im Walderlebnisgarten", berichtet Robin von seinem sprichwörtlichen "Sprung ins kalte Wasser". Aber schrittweise wurde er von Ines Bimberg, die die Eicher Einrichtung als Waldpädagogin beim Forstbezirk Plauen betreut, an seine Aufgaben herangeführt. "Durch sein Interesse an der Natur hat Robin schon allerhand Wissen mitgebracht. Das ist toll, aber keine Voraussetzung", macht Ines Bimberg anderen jungen Leuten Mut, sich zu bewerben. Denn neben der Waldpädagogik gehören auch praktische Tätigkeiten wie die Pflege des Walderlebnisgartens zu den Aufgaben im Öko-Jahr.

Das forstliche Fachwissen werde vermittelt, bestätigt Robin Trommler und berichtet von Führungen und Hospitationen bei Revierleitern. Und weil der Borkenkäfer zurzeit in den Wäldern für eine besonders angespannte Lage sorgt, hat Robin sogar die Kontrolle eines Waldgebietes übertragen bekommen. "Eigentlich eine Aufgabe für Fachpersonal, aber Robin konnten wir guten Gewissens beauftragen", sagt Ines Bimberg.

Das Wichtigste aber, was Robin Trommler aus dem Jahr im Walderlebnisgarten mitnimmt, ist eine Erkenntnis in Bezug auf Berufswahl und Studium. "Ich bin mir jetzt sicher: Ich komm' mit den Kindern klar."

Wer Interesse hat am FÖJ bei Sachsenforst bzw. im Walderlebnisgarten Eich, kann sich an Ines Bimberg vom Forstbezirk Plauen wenden. Kontakt unter Telefon 03741 104811 oder 104800, per E-Mail ines.bimberg@ smul.sachsen.de. Schulabgänger, Berufsschüler oder motivierte junge Leute sollten mindestens 18 Jahre alt sein und über die Fahrerlaubnis und ein eigenes Fahrzeug verfügen, da der Einsatzort wechselt: Im Sommerhalbjahr ist der Walderlebnisgarten der Einsatzort, im Winter ist Innendienst in der Forstbehörde in Plauen angesagt.

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