Wappenstein ruft Pfaffengrüns Geschichte in Erinnerung

Noch steht das Denkmal vor der Werkstatt von Harald Lochau. Bald soll das Werk des Steinmetzen im Treuener Ortsteil einen würdigen Platz erhalten.

Pfaffengrün.

Von Geburt ist Harald Lochau kein Vogtländer. Aber längst ist der 67-Jährige aus dem Harz, der heute im Treuener Ortsteil Pfaffengrün lebt, hier zu Hause. "Weil ich mich hier wohlfühle, habe ich nach einer Gelegenheit gesucht, mich einzubringen", begründet der Rentner seinen Vorstoß. Und fand damit bei Ortschaftsrat und Heimatverein sofort Zustimmung: Der gelernte Steinmetz Lochau hat für seine zweite Heimat einen Wappenstein geschaffen, der noch dieses Jahr im Dorf gesetzt werden soll.

Denn für Pfaffengrün ist 2020 ein Jubiläumsjahr: Am 1. Juli 1950 wurde das bis dahin selbstständige Dorf nach Hartmannsgrün eingemeindet. An die Einheitsgemeinde, die seit der Eingliederung 1999 in die Stadt Treuen Geschichte ist, soll der Stein mit dem Wappen der Gemeinde erinnern. Die Bergulme darauf steht für Hartmannsgrün, der Geistliche für Pfaffengrün; die Namen beider Dörfer sind in den Schmalseiten des Steins eingelassen.

Für den rund 250 Kilogramm schweren Wappenstein hat Harald Lochau roten Mainsandstein verarbeitet. "Den hat mir der Treuener Steinmetz Paul Eismann überlassen. Die Firma hilft auch beim Setzen des Steins", freut sich Lochau. Zusammen mit dem Ortschaftsrat wurde ein Standort ausgewählt. Die Grünfläche an der Schulbushaltestelle am Abzweig Alte Straße, neben einer Linde. "Auf der Fläche müssen noch ein paar Arbeiten erledigt werden, aber der Schachtschein ist schon beantragt", blickt Ortschaftsrat Gerhard Jacobi voraus und lobt das Engagement des "Zugezogenen" für seine zweite Heimat. Beide gehen davon aus, dass der Wappenstein bald gesetzt werden kann.

"Von meiner Seite ist er fertig", sagt Harald Lochau; der Sandstein mit der charakteristischen, von Eisenoxyd herrührenden Färbung, sei bereits mehrmals imprägniert. "Die unterschiedliche Oberfläche der Vorderseite - teils gespitzt, teils scharriert - ist gewollt. Beides geht ineinander über und soll das Zusammenwachsen beider Ortsteile symbolisieren", erläutert der Steinmetz.

Der hat in Pfaffengrün der Liebe wegen nicht nur eine neue Heimat gefunden, sondern seit seinem Umzug ins Vogtland 1976 auch das ideale Betätigungsfeld für sein Hobby - die Mineralogie. Im Untergeschoss seines Wohnhauses hat Harald Lochau eine privates Mineralienkabinett eingerichtet, in dem er die steinernen Funde aus der Region aufbewahrt. In Sammlerkreisen gut vernetzt, hält der 67-Jährige auch Kontakte mit regionalen Museen und wissenschaftlichen Einrichtungen, teilt seine Funde mit anderen Mineraliensammlern. Und mit der interessierten Öffentlichkeit. Die lässt Harald Lochau über seine Homepage an seinem Hobby teilhaben.

vogtlandkristall.de

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.