Was hat die Drechslerei Kuhnert potenziellen Azubis zu bieten?

Bei der "Woche der offenen Unternehmen" waren gestern Oberschüler aus Lengenfeld in Rothenkirchen zu Besuch. Einige von ihnen sind neugierig geworden.

Rothenkirchen.

Holzanlieferung, Nachbearbeitung, Lackiererei, Versand. Gut anderthalb Stunden folgen Siebt- und Achtklässler der Lengenfelder Lessing-Oberschule am Mittwochvormittag Geschäftsführer Frank Kuhnert durch seine Firma. Die Drechslerei Kuhnert GmbH in Rothenkirchen stellt dekorative Holzartikel her. Bei Besuchen hinter den Kulissen informieren sich die vier Mädchen und zwei Jungen über Ausbildungsberufe im Unternehmen. Zwei stehen zur Wahl: Holzmechaniker und Holzspielzeugmacher.

Sachsenweit nutzen Oberschüler und Gymnasiasten derzeit die "Woche der offenen Unternehmen", um sich ernsthaft Gedanken über ihre berufliche Zukunft zu machen und die Fühler in diverse Branchen auszustrecken. Die Drechslerei Kuhnert mischt zum ersten Mal mit. Lehrlinge werden dringend gesucht, jeweils einer in beiden Berufen. Zwei lernen derzeit im Unternehmen. Für das kommende Ausbildungsjahr hat sich bis dato niemand beworben. Durchschnittlich liegen pro Jahr fünf bis sechs Bewerbungen auf Frank Kuhnerts Tisch. "Wir bilden immer mit dem Hintergedanken aus, eigene Arbeitskräfte heranzuziehen", so der Geschäftsführer. Zwischen 500 und 600 Euro kann Frank Kuhnert seinen Lehrlingen monatlich zahlen. Die Höhe wird von der Industrie- und Handelskammer (IHK) vorgegeben. Nach dreijähriger Ausbildungszeit verdienen Facharbeiter je nach Einsatzort im Unternehmen etwa zehn Euro die Stunde. 100 Mitarbeiter stehen bei ihm in Lohn und Brot. Wer Holzmechaniker werden möchte, müsse technisches Verständnis und Interesse am Werkstoff Holz mitbringen, nannte der Firmenchef Voraussetzungen. Bei angehenden Spielzeugmachern sei Begabung im künstlerischen Bereich von Vorteil und Fingerspitzengefühl vonnöten.

Landrat Rolf Keil (CDU) schloss sich dem Rundgang an und sagte, es sei wichtig, sich frühzeitig mit dem Thema Berufsausbildung vertraut zu machen. Die Aktionswoche solle zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, im Vogtland zu arbeiten. Bei den Schülern kommt der direkte Draht zu Unternehmen gut an. Zwar tendieren die acht Schüler eher in Richtung Soziales und Polizeidienst, manche können sich trotzdem vorstellen, die Branche per Ferienjob näher kennen zu lernen. "Ich möchte Polizistin werden, finde das aber sehr gut und interessant", fasste Lea Baumgärtner ihre Eindrücke zusammen. Alexander Dittes schwebt Tiermedizin vor. "Hier haben mich vor allem die Maschinen sehr beeindruckt", sagte er zum Firmenbesuch in Rothenkirchen. "Und der Geruch von Holz. Zu Hause schnitze ich gerne."

Die "Woche der offenen Unternehmen" in Zahlen: Kreisweit wird die 2004 initiierte größte sächsische Initiative zur Berufsorientierung vom Landratsamt und der Agentur für Arbeit in Plauen organisiert. 111 vogtländische Unternehmen und Institutionen sind dieses Jahr mit 252 Angeboten vertreten. Etwa 1281 Schüler aus 31 Schulen nehmen teil.

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