Wehren wollen Gräben schließen

Zur Jahreshauptversammlung der Auerbacher Gemeindefeuerwehr am Samstag ist vielen Mitgliedern endgültig ein Stein vom Herzen gefallen: Alle fünf Ortswehren bleiben bestehen.

Auerbach.

Mit der Nachricht des Abends hat Auerbachs Oberbürgermeister Manfred Deckert (parteilos) zur ersten gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Gemeindefeuerwehren am Samstag in der Auerbacher Schloss Arena nicht lange hinter dem Berg gehalten. Was intern schon vorsichtig für Erleichterung gesorgt hatte, ist jetzt offiziell gegenüber den Kameraden formuliert: Keine der Wehren in den Ortsteilen Reumtengrün, Rebesgrün, Schnarrtanne und Vogelsgrün wird dem Rotstift zum Opfer fallen.

Bestandsbedenken kursierten seit längerem unter den Kameraden. Zumal die bestehende Feuerwehrsatzung gerade durch eine neue ersetzt wird und eine Systemanalyse zur Leistungsfähigkeit aller fünf Wehren im Gemeindegebiet vorangegangen war. Seit einigen Monaten liegt sie nichtöffentlich vor. Was drin steht, wissen bislang lediglich Stadtrat, Ausschüsse und die Feuerwehren. Zum Inhalt wollte sich Manfred Deckert auch am Samstag nicht äußern. Er sagte lediglich, die Analyse liefere Handlungsempfehlungen für die Zukunft. Und sie soll Grundlage des Brandschutzbedarfsplanes der Jahre 2020 bis 2025 werden. Außerdem verwies er auf den nächsten Schritt. Aller Wahrscheinlichkeit nach werde der Stadtrat die Satzung im April beschließen. Ursprünglich war dieser Termin für Februar, dann für die Sitzung am kommenden Montag angekündigt. Nun ist er abermals vertagt.


Kernstück der zu beschließenden Satzung ist eine neue Führungsstruktur. Seit Sommer 2018 ist die aktuelle Gemeindewehrleitung vom Oberbürgermeister außer Dienst gestellt. Jene Maßnahme bildete den Gipfel jahrelanger Querelen und Kompetenzstreitigkeiten vor allem zwischen dem Auerbacher Stadtwehrleiter, hauptamtlichen Gerätewart und Gemeindewehrleiter. Letzterer und ein Stadtrat hatten Manfred Deckert vorgeworfen, sich unparteiisch zu verhalten und somit gegen die aktuell gültige und vom Stadtrat beschlossene Satzung zu verstoßen.

Zur Jahreshauptversammlung war man sich einig: Die geschaufelten Gräben sollen endlich geschlossen werden. Das heißt auch: Es gibt künftig einen Feuerwehrausschuss mit hauptamtlichem Gemeindewehrleiter. "Abgedeckt ist das durch die Novellierung mit dem neuen Brandschutzgesetz, welches im April verabschiedet werden soll", erklärte Deckert. Alle anderen Mitglieder müssen per Wahl bestätigt werden. Damit will man der Forderung nach mehr Transparenz entsprechen. "Wenn man das so möchte, stülpen wir euch etwas über", sagte er an die etwa 160 Feuerwehrleute im Raum gerichtet und merkte an: "Wir machen hier von unserem Direktionsrecht Gebrauch."

Gemeindewehrleiter Karsten Neubert steht dem Neuanfang aufgeschlossen gegenüber. "Ich denke, wir sollten es versuchen", sagte er und liegt damit gleichauf mit weiteren Stimmen aus den einzelnen Wehren (siehe nebenstehende Zitate). "Denn so, wie es zurzeit läuft, kann es nicht weitergehen. Nach und nach gingen die Ansichten und Meinungen über Ausstattung, Fahrzeugkonzept und Führungsarbeit so weit auseinander, dass eine gemeinsame demokratische Arbeit in der Gemeindewehrleitung nicht mehr möglich war", blickte Neubert zurück. (mit suki)


Ausgezeichnet

Anlässlich der Jahreshauptversammlungen der Auerbacher Feuerwehren wurden einzelne Kameraden für ihre langjährigen Dienste ausgezeichnet:

40 Jahre: Detlef Patsch (Rebesgrün) und Andreas Kölbel (Beerheide) 50 Jahre: Günter Spranger, Auerbach 60 Jahre: Manfred Haueis, Auerbach

(dien)


Zahlen und Fakten

244 Mitglieder zählt die Gemeindefeuerwehr Auerbach. Davon sind 146 aktiv, 48 Kameraden gehören der Alters- und Ehrenabteilung an, 60 der Jugendfeuerwehr. 144 Einsätze mit insgesamt 2102 Stunden stehen 2018 zu Buche. Bei der Ausbildung kamen die Aktiven auf 7609 Stunden und der Nachwuchs auf 2560 Stunden. (dien)

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